Konzerte & Party

Cypress Hill in der C-Halle

Cypress HillKürzlich setzten Cypress Hill ein Zeichen. Ihren Auftritt in Arizona sagten sie aus Protest gegen ein Gesetz ab, wonach die Polizei auf Verdacht Menschen verhaften darf – etwa, wenn jemand so aussieht, als wäre er ein illegaler Immigrant. Unglaublich, findet die Band aus L.A., deren Mitglieder allesamt südamerikanische Wurzeln haben. „Den Gig abzusagen, war für uns eine Frage der Integrität“, erklärt Percussionist Eric „Bobo“ Correa, seit 1994 bei Cypress Hill. Ansonsten sei man eigentlich „keine politische Band“. Leib- und Magenthema ist und bleibt das Loblied an den Joint. „Wenn wir im Studio sind, ist immer Marihuana im Raum“, bestätigt Bobo. „Es gehört einfach zu uns“, sagt Bobo und lacht entspannt. „Ich meine, wir haben Songs darüber gemacht, wie man es anbaut, wie man es raucht.“ Dafür klingt das neue Album ?„Rise Up“ dann doch ungewohnt kämpferisch. Etwa im Titelstück, dem Rage Against The Machines Polit-Aktivist Tom Morello mit heftigen Gitarrenriffs seinen Stempel aufdrückt. Morello ist nur einer unter vielen Gästen und Co-Produzenten. Den markanten Stil von B-Real und Co. verwässert das teils etwas, an den Rand gerückt ist etwa Stammproduzent DJ Muggs mit seinem Sinn für obskure Loops und psychedelisch bedröhnten Flow. „Muggs hatte zu viele Projekte nebenher laufen“, erläutert Bobo. „Für Cypress Hill braucht es aber 100 Prozent von jedem.“ Immerhin geht es für die einstigen Crossover-Helden darum, nach sechs Jahren Pause wieder vorn mitzumischen.

 

Text: Ulrike Rechel

Foto: EMI/ James Minchin

tip- Bewertung: Empfehlenswert

 

Cypress Hill C-Halle, ?Mo 7.6., 20 Uhr, VVK: 38,50 Ђ ?Tickets gibt es hier

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