Psychedelic Rap

Cypress Hill in der Verti Music Hall

Kiffen mit Jesus: Cypress Hill klingen dauerbreit. Wie sind die dabei bloß so schlau?

Cypress Hill Music

B-Real und Sen Dog rappen nicht über Nutzhanf. Das ist interessant, weil ihre Band Cypress Hill seit 30 Jahren existiert und sich ihre Texte genauso lange um die Vorzüge der Hanfpflanze drehen. Dass man aus ihr passable Seile, irgendwas Funktionales eben, herstellen kann, das spielt keine Rolle. Es ging den beiden und ihren Produzenten DJ Muggs und Eric Bobo nur ums Kiffen und um all das, was einem danach so durch den Kopf saust. Das ist in mehrerlei Hinsicht eine Leistung. Zum einen bleibt von bekifften Flausen ja bekanntlich wenig übrig, wenn der Rausch vorbei ist. Die super Ideen sind verpufft, doch Cypress Hill haben sie in diesen Momenten längst zu Songs komprimiert. Zum anderen ist es eine Leistung, weil die Musik der Gruppe auch 2018 noch nicht langweilig klingt.

Auf ihrem neuen Album haben sie zum Nachmittags-Joint einfach LSD gereicht und die Mischung hört sich besser an, als es der Titel „Elephants on Acid“ vermuten lässt. Der neue Psychedelic-Sound von Cypress Hill klingt so, als wäre DJ Muggs auf seinem Trip Teil von obskuren Krautrock-Bands wie Ash Ra Tempel gewesen, hätte sich deren Ideen einverleibt und sie mit den scheppernden Drums typischer Raptracks kombiniert. Cypress Hill wirken wie dauerbreite, gut gelaunte Spaßvögel, aber nie verblödet. Einer ihrer neuen Songs heißt „Jesus was a Stoner“. Natürlich war er das – im Cypress Hill-Kosmos.

Verti Music Hall Mercedes-Platz, Friedrichshain, Sa 15.12., 20 Uhr, VVK 52 €

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