Konzerte & Party

Damo Suzuki und Chвteau Laut im „Ausland“

Damo Suzuki

Im Frühjahr 1970 saßen die Can-Gründer Holger Czukay und Jaki Liebezeit in einem Münchener Cafй, am Abend sollten sie ein Konzert spielen, das bereits ausverkauft war. Plötzlich sahen sie einen jungen Japaner, der mitten auf der Straße kniete und zu einem mysteriösen Gott betete. Czukay war klar, dieser Mann musste ihr neuer Sänger werden. Wenige Stunden später trat Damo Suzuki mit Can auf die Bühne. Mit seinen psychedelischen Gesangsimprovisationen prägte er die kreativste Ära der Band, während der  Meilensteine wie „Tago Mago“ und „Ege Bamyasi“ entstanden. Suzuki blieb vier Jahre, versuchte es später mit einigen Soloprojekten, sein exzentrischer Kunstsinn und nomadischer Lebensstil ließen größere Erfolge jedoch nicht zu. Dank der stetig fließenden Can-Tantiemen konnte der Autodidakt dafür sein Lebensprojekt verwirklichen, das Damo Suzuki Network. Statt mit einer Band aufzutreten, wandert er seit Jahren rastlos von Ort zu Ort und wird dabei von nichts anderes geleitet, als einem unaufhörlichen Drang nach musikalischen Abenteuern. In fast jeder Stadt der Welt hat er ein Netzwerk aus Freunden, Kollaborateuren oder einfach nur Fans, die einmal mit dem Can-Sänger arbeiten wollen. Ob seine Mitstreiter berühmt sind, welche Instrumente sie beherrschen oder welchen Stil sie bevorzugen, ist für ihn nebensächlich. Suzuki vertraut lieber auf Intuition und Improvisation und verwandelt so jedes Konzert in ein unwiederholbares Ereignis. In Berlin begegnet er der Indie-Rockband Chвteau Laut.

Text: Jacek Slaski

Damo Suzuki und Chвteau LautAusland, Fr 30.4., 21 Uhr, AK: 9 Euro

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