Konzerte & Party

Daniel Johnston im Astra Kulturhaus

Daniel JohnstonDie guten Nachrichten zu­erst. Seine Flugangst hat Daniel Johnston offensichtlich überwunden und kehrt nach nur etwas mehr als einem Jahr erneut für einige Auftritte zurück nach Europa. Früher war dem übergewichtigen, von Wahnvorstellungen und Angstzuständen geplagten Sänger, Gitarristen und Pianisten, der seit Anfang der 80er mit berührenden Lo-FiBalladen die Indiewelt betört, das Fliegen ein Gräuel. Hat er schließlich ein kleines Privatflugzeug, in dem er einst mit seinem Vater unterwegs war, absichtlich zum Absturz gebracht.
Diese Zeiten sind vorbei, Johnston lernte mit seinen Dämonen zu leben und aus seiner inneren Zerissenheit Kraft zu schöpfen. Gerade hat der obsessive Beatles-Fan das aufwendig produzierte Album „Is And Always Was“ gemeinsam mit dem Paul-McCartney-Gitarristen Jason Falkner und dem gefragten Sessiondrummer Joey Waronker (Beck, Air, R.E.M.) aufgenommen. Die professionelle Opulenz tut seinen brüchigen Songs, die aufs Neue von unerfüllter Liebe und naiver Glücks­suche erzählen, gut und präsentiert Johnston als eine Art Brian Wilson des Undergrounds. Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Ein Gerücht geht um, dass Philip Seymour Hoffman, der schon in der Rolle des exzentrischen Schriftstellers Truman Capote glänzte, in einem Bio-Pic Daniel Johnston verkörpern soll.

Text: Jacek Slaski

Daniel Johnston & Beam Orchestra, Astra Kulturhaus, Mo 5.4., 21 Uhr, VVK: 25 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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