HipHop

Danny Brown im Yaam

Danny Brown aus Detroit räumt auf in der amerikanischen Rap-Szene

Foto: Tim Saccenti

Danny Brown lag schon immer quer zum konventionellen HipHop-Geschmack. Gern kolportiert wird die Anekdote mit 50 Cent, der sich vor einigen Jahren als Brown-Fan outete und den jungen Hotshot aus Detroit in seine G-Unit aufnehmen wollte. Der Deal scheiterte an modischen Differenzen: „Fiffy“ störte sich an Browns Skinny Jeans, die nicht zur Dicke-Hose-Mentalität der Möchtegern-Gangster passten. Im Nachhinein muss man sagen: Gott sei Dank! Schließlich lassen die Menschen, mit denen man sich umgibt, Rückschlüsse auf die eigene Persönlichkeit zu. Insofern befindet sich der Hyperaktivposten Brown, unumstrittener AvantDark-Star im aktuellen Rap, jetzt in bester Gesellschaft: Sein drittes Album „Atrocity Exhibition“, das als Opus Magnum gehandelt wird, erschien auf dem englischen Qualitätslabel Warp, das mit Rustie, Flying Lotus, Jeremiah Jae und Anti-Pop Consortium bereits eigene Künstler von der HipHop-Peripherie im Portfolio hat.
Brown und Warp passen zusammen wie Arsch auf Eimer. In der Londoner Zentrale hat man sicher Verständnis für Browns unverhohlene Joy-Division-Verehrung. Ian Curtis’ legendäre Teenage Angst hat deutliche Spuren in den bipolaren Texten Browns zwischen Hedonismus und Selbstzweifel hinterlassen. Der US-HipHop klingt momentan so spannend und vielseitig wie seit den frühen Neunzigerjahren nicht mehr, aber ein Paradiesvogel wie Danny Brown ist selbst hier noch eine Ausnahmeerscheinung. 

Yaam An der Schillingbrücke 3, Friedrichshain, Fr 25.11. 20.00 Uhr, VVK 28,20 € zzgl. Gebühren

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