Konzerte & Party

Darkside im Astra

Darkside

Die Idee, eine Band zu gründen, kam Nicolas Jaar, als er 2011 ein paar Tage in Berlin residierte, um sein Debütalbum „Space Is Only Noise“ vorzustellen. Dafür hatte der Ambiente-Klangschöpfer aus New York extra eine Band zusammengetrommelt – keine Selbstverständlichkeit für einen Laptoptüftler und House-Produzenten. Mithilfe einer Truppe um Gitarrist und Mitstudent Dave Harrington wurde der Kopfhörer-Trip zum spannenden Live-Erlebnis. Die Euphorie der Berliner Fans im Berghain versetzte damals auch das New Yorker Elektro-Wunderkind in einen positiv aufgekratzten Zustand. An Bettruhe im Hotelzimmer war nicht zu denken. Also stöpselten Jaar und Harrington Laptop und Gitarre ein und begründeten Darkside: ein Duo, in dem die E-Gitarre zum Fixpunkt neben Jaars basslastiger, deformierter Downbeat-Klanglandschaft wurde. Die Referenz auf Pink Floyd kommt dabei nicht von ungefähr: Das episch ausgedehnte Eröffnungsstück des zugehörigen Debütalbums „Psychic“ etwa erinnert mit glühender Space-Orgel und getragener Slide-Bluesgitarre an den Floyd-Klassiker „Shine On You Crazy Diamond“. Stilecht psychedelisch gesellt sich Jaars Gesang zu den Klängen seines Gitarristen, mit einem Timbre zwischen Falsett und edlen Tiefen, das manche Retro-Rockband neidisch machen dürfte. Endgültig vorbei die Zeiten, in denen Jaars Entschleunigungsästhetik auch mal ausgebuht wurde, wenn er vor Tanzflächen-affinem Clubvolk die Beatzahl seiner Tracks kontinuierlich nach unten schraubte. In Berlin, namentlich dem Berghain, ist der 24-jährige New Yorker jedenfalls von Anbeginn auf heftige Gegenliebe gestoßen.

Text: Ulrike Rechel

Darkside, Astra, Mi 12.3., 21 Uhr, ausverkauft

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