Konzerte & Party

Darkstar im Gretchen

Darkstar

James Young und Aiden Whalley haben Darkstar vor sieben Jahren in London gegründet. Seitdem machen sie mit jeder neuen Veröffentlichung einen erstaunlichen Entwicklungssprung. In „Dead To Me“, einem ihrer ersten Songs, ließ sich wegen des verträumten Frauengesangs, langsamen Beats und Dub-Grooves eine TripHop-Tendenz nicht leugnen. Mit „Need You“ von ihrer ersten 12“ für das Hyperdub-Label kamen sie dem Dubstep nahe, aber mit Vocoder-Stimme und Tango-Loop betonten Young und Whalley auch ihr Eigenleben. Dieser Eindruck verstärkte sich auf dem ersten Album „North“. Die tiefen Bassstöße waren weg, der Dubstep hatte sich verflüchtigt und melancholischem Electro-Pop Platz gemacht. Plötzlich machten Darkstar auch über Szenekreise hinaus von sich reden und das Warp-Label auf sich aufmerksam. Erstes Ergebnis der Zusammenarbeit ist das Album „News From Nowhere“, auf dem sich natürlich wieder alles anders anhört.
Für die Aufnahmen sind Darkstar in den Norden gefahren, ins Studio des in der analogen Musik beheimateten Richard Formby (The Telescopes, Wild Beasts). In Formbys Studio in Leeds stehen viele alte Bandmaschinen, die man für die Aufnahme atmosphärischer Nebengeräusche nutzen kann. Von dieser Möglichkeit machte man dann auch reichlich Gebrauch. Das Pop-Element ist noch vorhanden und äußert sich dieses Mal in Verweisen auf „Golden Brown“ von den Stranglers oder auf Sixties-Beat-Bands. Mehr Wert legen Darkstar jetzt aber auf kleine Trips durch Klangsphären, die es früher schon bei Tangerine Dream oder Manuel Göttsching gab, den elektronischen Helden dieser Stadt. Darkstar müssen Berlin sehr mögen. Einen ihrer älteren Songs haben sie nach dem Ostkreuz benannt. Und jetzt stellen sie „News From Nowhere“ hier live vor.

Text: Thomas Weiland

Foto: Harley Weir

Darkstar, Gretchen, Mi 6.2., 20.30 Uhr, VVK 13 Euro zzgl. Gebühr

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