Konzerte & Party

Das Förderprogramm der Berlin Music Week

Berlin Music Week

Festivals stehen für tagelanges Musikprogramm, berauschende Partys und ausgelassene Stimmung; sie unter der bürokratischen Bezeichnung „Wirtschaftsförderungsmaßnahme“ einzuordnen, wirkt da eher trocken. Doch streng genommen ist die Berlin Music Week genau das – eine vom Senat für Wirtschaft, Technologie und Forschung mitfinanzierte Veranstaltung, die Berlins Gewerbe auf Vordermann bringen soll. Um aus dem Musikbusiness der Hauptstadt ein nachhaltiges Geschäft zu machen, wurden aus dem bestehenden Etat 100.000 Euro bereit gestellt. Und diese Summe soll helfen, das dreitägige Club- und Showcase Festival attraktiver zu gestalten.
Um die Qualität der verschiedenen Partys und Konzerte zu verbessern, hat die Berlin Music Week zu einer Art Event-Casting aufgerufen. Gesucht werden die vielversprechendsten und innovativsten Veranstaltungsideen des Jahres. Noch bis zum 31. März können Agenturen, Künstler, Start-ups, Labels und Verlage mit Firmensitz in Berlin ihr Eventkonzept bei den Organisatoren einreichen und sich so für ein Förderprogramm bewerben. Die besten Ideen erhalten finanzielle Unterstützung im Rahmen von 500 bis 10.000 Euro und werden außerdem in die Kommunikationsmaßnahmen der Berlin Music Week eingebunden. „Die einzelnen Veranstaltungen behalten dabei aber ihre künstlerische und wirtschaftliche Freiheit“, betont Projektleiter Björn Döring, „sie dürfen eigene Tickets verkaufen oder sich eigene Sponsoren suchen, wenn sie das wollen. Wir verlangen nur, dass für das nationale und internationale Fachpublikum ein gewisses Kontingent an Tickets zurückgehalten wird.“
Um die Jury, ein fünfköpfiges Gremium aus Verantwortlichen der Berlin Music Week und externen Fachleuten aus dem Live-Entertainment-Bereich, zu überzeugen, müssen die Konzepte vor allem eines sein: neu. „Natürlich sollen auch Events, die bereits etabliert sind, am Club- und Showcase Festival mitwirken. Für die Förderung fallen sie aber logischerweise raus“, gibt Döring zu verstehen. Dies bedeutet aber nicht, dass sich nicht auch große Namen wie Universal oder Karrera Klub um finanzielle Unterstützung bewerben können. „Wenn sie eine tolle, kreative Idee haben, die es so noch nicht gibt, dann kommen auch sie für unser Förderprogramm infrage“, erklärt der Projektleiter. „Der Aufruf richtet sich zwar vorranging, aber nicht ausschließlich an Independent Veranstalter.“
Professionalität ist für Döring ein weiteres entscheidendes Kriterium für eine erfolgreiche Bewerbung. Jeder, der an der Ausschreibung teilnimmt, muss seinem Konzept aus diesem Grund noch einen Businessplan beilegen, der die Jury über zu erwartende Einnahmen und Ausgaben informiert. „Wir wollen auf keinen Fall, dass einer der Veranstalter am Ende des Tages draufzahlen muss“, macht Döring klar. „Daher ist eine Einschätzung des wirtschaftlichen Risikos zwingend notwendig.“
Die Clubcommission, sozusagen das Sprachrohr der Berliner Clubszene, wurde von den Festival-Veranstaltern bereits im Januar über die neue Förderungsmaßnahme informiert. Das Feedback sei durchweg positiv gewesen, so Döring: „Berliner Akteure werden durch die Ausschreibung noch enger eingebunden. Einen größeren Schritt kann man wohl kaum auf sie zugehen.“

Text: Henrike Möller

Foto: Berlin Music Week

Mehr Infos zum Förderprogramm: www.berlin-music-week.de

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