Konzerte & Party

Das Heimspiel-Festival auf der Zitadelle Spandau

Jennifer Rostock

Streng genommen ist es für keinen der auftretenden Künstler wirklich ein Heimspiel. Doch man kann es den Veranstaltern des so benannten Minifestivals nicht verübeln. Schließlich lässt sich zu allen Musikern irgendwie ein Berlin-Bezug herstellen.
Thees Uhlmann ist z.?B. darunter. Der Übergangsberliner und Kopf von Tomte veröffentlichte 2011 sein selbst betiteltes Soloalbum, auf dem er feinen Pop mit scharfsinnigen Texten kombiniert: längst nicht so indie wie bei seiner Hauptband, aber durch seinen Geist weit entfernt von poppiger Alltäglichkeit. Dendemann setzt mit seiner Reibeisenstimme auf Wortakrobatik, wie sie im deutschen HipHop viel zu selten zu Hause ist. Wohl auch deshalb wählten die Beatsteaks den Hamburger Jung schon als Anheizer. Kaum weniger einprägsam ist die ebenso raue Stimme von Jupiter Jones. Mit emotionalen Popsongs haben sie sich einen Namen gemacht, dabei können sie auch deutlich lauter und kräftiger. Generell laut sind hingegen Jennifer Rostock (Foto). Die Band ist seit sechs Jahren in Berlin zu Hause, und zumindest Frontfrau Jennifer Weist hat sich den Berliner Dialekt inklusive Kodderschnauze längst angeeignet. Ihr liegt nicht nur bei den Liedern das Herz und manche Frechheit auf der Zunge. Selbst wer mit dem stark electrobeeinflussten Rock der Band nichts anfangen kann, wird zumindest durch die Entertainerqualitäten der Frontfrau gut unterhalten.

Text: Alex Fughoff

Foto: Florian Oellers

Heimspiel mit Jennifer Rostock + Jupiter Jones + Dendemann + Thees Uhlmann, Zitadelle Spandau, Fr 13.7., 15 Uhr, VVK: 25?Euro, Fünf-Freunde-Ticket: 100?Euro zzgl. Gebühr

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