Konzerte & Party

Das Jazzfest endet mit positiver Bilanz

Jazzfest Berlin

Am Sonntagabend fand das 52. Jazzfest Berlin im Haus der Berliner Festspiele vor ausverkauftem Saal seinen Abschluss. Die erste Festivalausgabe des neuen künstlerischen Leiters Richard Williams (Foto) wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Alle Konzerte des Jazzfest Berlin 2015 waren ausverkauft. Insgesamt kamen über 6.000 Besucher.??

Richard Williams: „I’ve been delighted by how responsive and generous the public has been to such a variety of music and that’s what I wanted to give them. I wanted to give them a lot of contrast, I wanted to put ideas in their heads and perhaps even make them argue. Berlin audiences like to argue a bit and I thought we could continue that tradition… But they seemed to enjoyed it, even the things that I thought were difficult and a bit risky.“??

Den Abschlussabend des Festivals hatte das 22-köpfige Ensemble Diwan der Kontinente eröffnet, das seit Jahren in Berlin lebende Musiker*innen vieler Nationen und unterschiedlichster Musiktraditionen vereint. Der Auftritt wurde sehr positiv aufgenommen und auch als künstlerischer Beitrag zur Flüchtlingsthematik verstanden. Gefeiert wurde insbesondere das zweite Set des Abends mit Schlagzeuger Louis Moholo-Moholo aus Südafrika im Quartett mit Bassist John Edwards, Saxophonist Jason Yarde und Pianist Alexander Hawkins. Musik der jungen Jazzgeneration war im letzten Set des Abschlusskonzertes zu erleben: der Blue-Note-Trompeter Ambrose Akinmusire traf hier mit seinem Quartett auf den aus Deutschland stammenden und jetzt in New York lebenden Sänger Theo Bleckmann.  Eröffnet wurde das Festival am 5. November mit dem Splitter Orchester und der Uraufführung von „Creative Construction Set™“ von George Lewis sowie bejubelten Auftritten der 26-jährigen Sängerin Cйcile McLorin Salvant und des Akkordeonisten Vincent Peirani.
Zu den weiteren Festivalhöhepunkten des Jazzfest Berlin 2015 zählten der musikalische Trip des australischen Trios The Necks in der Kaiser-Wilhelm-Gedächntis-Kirche, der Auftritt von Keith Tippett mit Julie Tippetts sowie das Konzert des Saxophonisten Charles Lloyd mit seiner Suite „Wild Man Dance“, mit dabei Lyra-Spieler Sokratis Sinopoulos, Cimbalom-Virtuose Miklуs Lukбcs und der 31-jährige Pianist Gerald Clayton. Überhaupt hatte die neue Pianistengeneration eine große Präsenz beim Festival: Julia Kadel, Giovanni Guidi und Johann Bourquenez begeisterten mit ihren Trioformationen im A-Trane, und der Pianist Tigran Hamasyan präsentierte seine Fusion aus zeitgenössischem Jazz, Rockenergie und armenischen Modi auf der großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele. Eine Entdeckung waren die junge britische Trompeterin Laura Jurd mit ihrem Quartett Dinosaur auf der Seitenbühne des Festspielhauses, sowie die Large Unit um Schlagzeuger Paal Nilssen-Love aus Norwegen in der Akademie der Künste. Das neue Angebot des Festivals mit der Filmvorführung von „Charles Lloyd: Arrows Into Infinity“ und Künstlergesprächen stieß auf große Resonanz und wird in der kommenden Festivalausgabe fortgesetzt.

Das Jazzfest Berlin 2016 findet vom 3. bis 6. November statt.

Quelle: Berliner Festspiele

Fotos: Jirka Jansch

Mehr über Cookies erfahren