Konzerte & Party

Das John Butler Trio im Huxleys

John ButlerJohn Butler weiß, dass es dieser Tage wieder zahllose Gitarrenfans geben wird, die über seinem neuen Album brüten. „April Uprising“ ist Butlers fünftes; wer nur eines der früheren kennt, weiß, dass es dort an gesalzenen Lektionen für die sechs Saiten nur so wimmelt. Im Beiheft der neuen CD listet der Wahl-Australier hilfreich auf, was alles im Homestudio zum Einsatz kam: welche Gitarre er wo benutzt hat, wann Steel Gitarre oder antike Dobro, wann die Sechs- oder Zwölfsaite, wo der E-Bow tönt oder das Banjo. Für Nachahmer ist das praktisch. Denn nachspielbar sind die jüngsten Tracks des 35-Jährigen durchaus – viel mehr sogar als noch zu Zeiten von „Sunrise Over Sea“, jenem Album, mit dem John Butler 2004 auch außerhalb der Landesgrenzen zum alternativen Gitarrengott aufstieg: Einem Wizard, zu dessen Konzerte nicht nur Technik-Nerds pilgerten, sondern scharenweise Hip Hop-Fans und Rastaköpfe in Baggy-Hosen. Jüngere Jahrgänge also, denen Jack Johnsons Lagerfeuer-Lieder zu soft sind, und die sich vor allem auf die Groove- und Funk-Attacken aus Butlers Handgelenk freuen. Mit „April Uprising“ werden sie wieder glücklich sein. Da verkuppelt das Trio satte Bluesriffs mit Popmelodien, Reggae-Takte mit Hip-Hop-Grooves, und am Ende zupft Butler mit „A Star Is Born“ auch mal eine schwebende Familienode. Ansonsten dominiert dralle Rhythmusarbeit; mitunter steigt Neuzugang Nicky Bomba an den Drums zum gleichrangigen Gegenüber auf. Rar dagegen sind die ausgebufften Gimmicks auf dem Griffbrett geworden. Puristen wird das wachsende Faible des Jamrockers für Rock-Ohrwürmer vielleicht vergraulen. Doch dafür hören ihn die Massen nun im Mittagsradio, beim Einkaufen oder im Wochenendstau – jedenfalls in Australien.

Text: Ulrike Rechel

John Butler Trio, Huxleys, Di 20.4., 21 Uhr, VVK: 27,50 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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