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Das Knaack muss wieder zittern

Der Knaack ClubDeutschland und seine Juristen – da soll noch jemand durchblicken… Galt der Betrieb des Knaack Clubs in der Greifswalder Straße nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts im Februar 2002 noch als gesichert, müssen die Betreiber nun wieder um die Existenz des Clubs fürchten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hat jedenfalls in der nächsten Instanz des Verfahrens gegen die Baugenehmigung für das benachbarte Wohngebäude wieder gegen das Knaack entschieden und einen Eilantrag abgelehnt.
Zur Begründung hieß es, dass der Widerspruch gegen die Baugenehmigung zu spät eingegangen sei. Die Frist von einem Jahr, die einem Grundstückseigentümer eingeräumt wird, um gegen ein Bauvorhaben vorzugeben, beginne mit dem Zeitpunkt, zu dem der Eigentümer von dem Bauvorhaben „hätte Kenntnis erlangen müssen“. Dieser Zeitpunkt sei im Falle des Knaack spätestens im November 2007 gewesen, als auf dem Nachbargrundstück ein Kran errichtet worden sei. Der Widerspruch gegen das Bauvorhaben sei jedoch erst nach knapp zwei Jahren eingereicht worden.
Zurück geht der Streit auf die Baugenehmigung der Inhaberin des Nachbargrundstücks vom Knaack in der Greifswalder Straße. Diese hatte 2005 die Genehmigung erhalten, das Bürogebäude auf ihrem Grundstück in ein Wohnhaus umzubauen. Auflagen für einen speziellen Lärmschutz aufgrund des benachbarten Clubs  gab es damals nicht. Als sich die ersten Bewohner der neuen Wohnungen über den Lärm beschwerten, kam es zum Rechtsstreit. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte die Klage der Bewohner abgewiesen mit der Begründung, dass das Bauen der Wohnungen ohne Lärmschutz „rücksichtslos“ sei.
Einen weitaus größeren Einfluss auf einen weiteren Betrieb des Knaacks an alteingesessener Stelle als der nun abgelehnte Eilantrag dürfte jedoch ein zweites Verfahren haben, das nach Angaben des Oberverwaltungsgerichts inzwischen ebenfalls bei der nächsten Instanz liegt. In diesem Verfahren geht es um eine Lärmschutzklage des Bezirksamtes.
Am Ende wird es dann wohl doch darauf hinauslaufen, wie es bei solchen Verfahren meist endet. Die neureichen Bewohner dürfen die Ruhe in ihren frisch bezogenen Wohnungen genießen, während sich der Knaack Club nach einer neuen Location umsehen muss. Erste Gespräche diesbezüglich haben in der Vergangenheit bereits stattgefunden.

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