Konzerte & Party

Das war der Samstag auf dem Greenville-Festival

The Roots

So ganz ohne Regen geht es dann in diesem Sommer wohl doch nicht, doch während sich über Berlin vereinzelte Gewitter entluden, erwischte das Festival-Gelände in Paaren/Glien am Samstag lediglich ein paar kurze, harmlose Regenschauer. Am Wetter kann es also nicht gelegen haben, dass das Greenville nach gutem Start am Freitag am Samstag ein wenig Zeit brauchte, um in Schwung zu kommen.
So hatten Kettcar am frühen Samstag Abend zwar mehr Zuschauer vor der großen Bühne als Selig tags zuvor zur selben Zeit, der Funke wollte dennoch nicht so recht überspringen. Wo Jan Plewka am Freitag einfach mit guter Laune ansteckte, wirkte die intellektuelle Distanziertheit von Frontmann Marcus Wiebusch auf dem Festival leicht fehl am Platze. Auch die Songs wurden in ihrer oft melancholischen Grundhaltung kaum anders gespielt als man sie von Platte kennt, so dass den Fans oft kaum mehr als ein leichtes Hüftwackeln zu entlocken war.
Mindestens ähnlich uninspiriert und vor allem musikalisch noch belangloser war der Auftritt von We Invented Paris. Die Band um den Schweizer Musiker Flavian langweilte mit tausend Mal zuvor in besserer Qualität gehörtem Kuschelpoprock. Zu überzeugen wussten hingegen die Briten von Young Rebel Set, die ihren Britpop mit frechen Anleihen von The Pogues kreuzten.
Richtig in Fahrt kam das Greenville an diesem Samstag erst, als um 21.45 Uhr The Roots die Hauptbühne enterten. Die Band aus Brooklyn begeisterte wie gewohnt mit ihrem Mix aus HipHop, Funk, Soul und Rock. Das Feld vor der Bühne hatte sich erstmals gut gefüllt und die inzwischen bestens erträglichen Temperaturen taten ihr Übriges. The Roots fanden die gesunde Mischung aus Eigenkompositionen und großen Hits anderer Künstler. „Sweet Child O‘ Mine“ von Guns’n’Roses konnte da stimmungstechnisch genauso helfen wie „Get Down On It“ von Kool And The Gang. Die Fans jedenfalls wollte The Roots am Ende kaum von der Bühne lassen.
Ja, und dann? Dann kamen Scooter… und allein das Wetter wird wissen, warum es bis zum Auftritt von H.P. Baxxter und Co. mit dem ersten großen Platzregen gewartet hat.
Am Sonntag treten beim Greenville u.a. Chartsstürmer Cro, die Donots und Turbonegro auf. Gespannt sein darf man natürlich auch auf die Show von Headliner Iggy Pop, der mit seinen Stooges kommt. An den Kassen gibt es noch ausreichend Tagestickets.

Alle Infos unter www.greenville-festival.com

Text und Fotos: Martin Zeising

Sehen Sie weiter unten in der Bildergalerie die Highlights von Samstag.

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