Konzerte & Party

Das West-Eastern Divan Orchestra in der Waldbühne

West-Eastern Divan Orchestra

Als „das bestaussehende Orchester der Welt“ hat Daniel Barenboim das West-Eastern Divan Orchestra bezeichnet. Hinzusetzend: „Das ist gar nicht so unwichtig, finde ich!“ Gegründet 1999, treffen sich die Musiker im Alter von 14 bis 25 Jahren einmal im Jahr für eine intensive Arbeits- und Tourneephase. Seit 2002 ist das Orchester im spanischen Sevilla beheimatet.
Benannt nach Goethes Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“, praktiziert man den musikalischen Dialog von Musikern, die unterschiedlichen politischen Lagern im Nahen Osten angehören – darunter Israelis und Palästinenser, aber auch Syrer, Libanesen, Ägypter, Jordanier, Türken und Spanier. Ein politisch wichtiger Auftritt des Orchesters fand 2005 in Ramallah im Westjordanland statt – der Hauptstadt Palästinas, ein neuralgischer Punkt im Nahostkonflikt und ein symbolisch hochbesetzter Ort. 2011 traf man sich für ein Friedenskonzert an der Grenze zum kommunistischen Nordkorea. Auftritte in Israel und Ägypten waren dagegen bis heute nicht möglich.
Aufnahmen des West-Eastern Divan Orchestra erscheinen seit 2011 bei der Universal (Decca). Im Intendanzgebäude der Berliner Staatsoper entsteht zurzeit ein neuer Konzertsaal für das West-Eastern Divan Orchestra. Dort soll in Gestalt einer Akademie auch ein Lehrbetrieb eingerichtet werden. Nicht zuletzt aufgrund seiner Arbeit mit dem West-Eastern Divan Orchestra wurde Barenboim mehrfach als Kandidat für den Friedensnobelpreis ins Spiel gebracht. Der in Palästina geborene Literaturwissenschaftler Edward Said, der als Mitbegründer des Orchesters gilt, starb im Jahr 2003. Die Tradition der Waldbühnen-Konzerte besteht regelmäßig seit 2011.

Text: Kai Lührs-Kaiser

Foto: Luis Castilla

West-Eastern Divan Orchestra, Waldbühne, So 24.8., 19 Uhr (Einlass 17 Uhr), ?Karten-Tel. 47 99 74 77 

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Daniel Barenboim

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