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Das YAAM hat eine Zukunft

Yaam

Zur Abwechselung gibt es mal gute Nachrichten aus der Berliner Clubszene: Am Samstag (15.12.) verkündeten die Betreiber des YAAM in einer Pressemitteilung die endgültige Rettung des Clubs. Betreiber und Unterstützer der Berliner Institution mussten in den letzten Wochen um dessen Existenz zittern, da der Club das jetzige Gelände, das von der spanischen Immobilienfirma URNOVA erworben wurde, auf Geheiß der neuen Eigentümer bald räumen muss. Der Umzug des Clubs auf das angedachte Ersatzgelände an der Schillingbrücke, welches momentan noch der MAGDAlena-Club nutzt, hing jedoch davon ab, ob dieses Grundstück vom Liegenschaftsfonds der Stadt wieder in den Besitz des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg übergeht. Nur dann nämlich kann der Bezirk darüber entscheiden, ob er das Gelände auch für nicht-gewerbliche Zwecke – also auch für ein kulturelles und soziales Projekt wie das YAAM – freigibt.
Letzten Freitag (14.12.) tagte nun der Aufsichtsrat des Liegenschaftsfonds und stimmte dem Rückführungsantrag des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg für das Gelände an der Schillingbrücke zu. Großer Unterstützer der Idee mit dem Ersatzgelände sei laut YAAM-Pressesprecherin Lena Hess Bezirksbürgermeister Franz Schulz. Dieser habe inzwischen auch eine mündliche Zusage für die Nutzung des Grundstücks gegeben. Bereits Ende letzten Monats hatte Ben de Biel, Betreiber des MAGDAlena-Clubs, auf einer Presseveranstaltung seine Bereitschaft erklärt, dem YAAM das Gelände an der Schillingbrücke gerne zu überlassen – zumal auch der MAGDAlena-Club bereits ein Ersatzgelände in Aussicht hat.
Einem Umzug des YAAM für Anfang 2014 steht somit de facto nichts mehr im Wege und so sehen die Betreiber des YAAM auch den Verhandlungen mit den neuen Eigentümern des momentanen Standorts positiv entgegen. Da nun der Nachweis für ein gesichertes Ersatzgelände vorgewiesen werden kann, ist man beim YAAM guter Hoffnung, das jetzige Grundstück noch bis zum Umzug Ende 2013 / Anfang 2014 nutzen zu dürfen.
Mit dieser positiven Entwicklung ist nicht nur die allseits erhoffte Rettung des YAAM gesichert, sondern sie eröffnet den Betreibern des sozialen und kulturellen Projekts nie dagewesene Perspektiven und Möglichkeiten: Bis dato war das YAAM seit seiner Gründung vor 18 Jahren stets ein klassischer Zwischennutzer mit Mietverträgen von zwei bis maximal sechs Monaten Laufzeit und der stetigen Angst vor kurzfristiger Kündigung und Räumung. Der kommende Vertrag über das Gelände an der Schillingbrücke soll nun eine Laufzeit von fünf Jahren haben – mit Option auf weitere fünf Jahre. Somit erhalten die Betreiber des YAAM erstmals die Möglichkeit, langfristig zu planen und in diesem Zusammenhang sicher auch zu investieren – eine weitere Herausforderung, die die Betreiber jedoch dankend annehmen. Sie planen bereits größere Tonstudios und Proberäume für Tanz und Sport. Pressesprecherin Lena Hess sagte zu den Plänen der Betreiber: „Der größte Traum des YAAM-Chefs Ortwin Rau ist die Nutzung des Daches als Fuß- bzw. Basketballplatz und Dachterrasse.“

Text und Foto: Charlotte Marxen

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