Konzerte & Party

David Bowie: Heroes/ Helden (1977)

Endlich nannte mal einer die Berliner beim Namen: Helden! Und sei es auch nur für einen Tag. Bowie wusste, wovon er sang: Die Mauer im Rücken war kalt. Er kannte sie von seinen nächtlichen Spaziergängen, von der Arbeit in The Big Hall By The Wall, dem weltberühmten Hansa-Studio, und er wusste, dass all die androgynen Paradiesvögel der Westberliner Subkultur sich im Schatten des Sow-jetimperiums besonders tapfer schlugen. David Bowie schrieb diesen Song 1977, während er selber, angelockt von seinem Freund Iggy Pop, für fast ein Jahr in der Schöneberger Hauptstraße lebte. Zwei seiner besten Alben entstanden hier, „Low“ und „Heroes“, und der schwerblütige, experimentelle Einfluss ist deutlich zu spüren. Es gibt auch eine rein englischsprachige Version von „Heroes“, die allerdings mit der zeitgeschichtlichen Dringlichkeit in der deutschen Übersetzung der Berlinerin Antonia Maass, die auch die Backing-Vocals sang, nicht mithalten kann. Als dann die Mauer fiel, eignete sich dieser monumentale Song einmal mehr zur Hymne, nun zugeschnitten auf die Ostbewohner der Mauerstadt. Die ihrerseits davon träumten, wie die Delphine zu schwimmen.
Beste Zeile: „Die Schüsse reißen die Luft, doch wir küssen, als ob nichts geschieht.“

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