Noise-Rock

Deerhoof im Bi Nuu

Auf der Spielwiese: Die Band Deerhoof wirft nahezu alle Stile durcheinander, die es im Indie-Rock gibt

Deerhoof
Foto: Joe Singh of snap rock and pop

Man soll sich im Leben ja entscheiden, wo genau man hinwill. Nur Deerhoof nehmen es mit diesem Gebot nicht so genau. Die Band aus San Francisco kann in einem Moment in einer Ecke auftauchen, im nächsten aber schon wieder in einer ganz anderen.
Da machen sie auch auf ihrem aktuellen Album „The Magic“ keine Ausnahme. Zuerst sind die Gitarren von John Dieterich und Ed Rodríguez mächtig auf den Krawall einer Noise- und Garagenband gestimmt. Im überragenden „Life Is Suffering“ dominieren ein beißendes Avantgarde-Riff und der Rhythmus des Funk. Zu „Debut“ kann man gut tanzen, es erinnert an die Electro-Beats auf dem Album „Breakup Song“ vor vier Jahren. Mit „Patrasche Come Back“ wiederum spielen sie auf das bellende Haupttier in Marie Louise de la Ramées Kinderbuch „Ein Hund in Flandern“ an, das man auch in Deutschland kennt.
Damit sind sie beim Oberthema des Albums gelandet: Bei Rückverweisen auf die eigenen jungen Jahre und die Möglichkeit, sie mit der Art der Band zu vermischen. Das kommt auch der wunderbaren Frontfrau Satomi Matsuzaki voll entgegen. Sie verkörpert die Rolle des schrulligen Nervenbündels mit Bravour und sorgt dafür, dass Deerhoof immer einen Weg finden.
Auf diese Weise schafft es die Band immer noch, das Interesse an ihrer Musik auf einem hohen Level zu halten, auch 22 Jahre nach ihrer Gründung. Man will einfach wieder zu ihnen hin und sie sich angucken. Wahnsinn.

Deerhoof im Bi Nuu Am U-Bhf. Schlesisches Tor, Kreuzberg, Sa 10.9., 20 Uhr, VVK: 17 € zzgl. Gebühr

Bewertungspunkte1

Mehr über Cookies erfahren