Konzerte & Party

Deftones in der C-Halle

… haben sie sich nun endgültig vom Joch des Nu-Metal befreit. Und das auf propper wuchtige Weise. Anfang der 90er tourten sie solange durch die kalifornischen Clubs, bis sogar Pop-Übermutter Madonna mit ihrem Maverick-Label auf sie aufmerksam wurde und ihnen eine Plattenvertrag gab. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits ihr zweites Album „Around The Fur“ (1997) katapultierte die Kalifornier in den Rock-Olymp. Der Deftones-Hype nach „Around The Fur“ wird noch übertroffen, nachdem die Band im Frühjahr 2000 ihren dritten Longplayer „White Pony“ herausbringt. Obwohl auf dem Album Tool-Sänger Keenan zu hören ist und „White Pony“ mit zum Teil verstörenden Sounds nicht wirklich eingängig ist, entwickelte es sich zum erfolgreichsten Album der Band und sorgt dafür, dass die Deftones trotz zunehmend düster-progressiver Ausrichtung in einem Atemzug mit Nu-Metal-Größen wie Limp Bizkit und Korn genannt werden.

Aber während sich Nu-Metal mit den Jahren totlief und sich beispielsweise Korn auf ihren letzten Alben mit Selbstzitaten begnügten, blieben die Deftones ihrem experimentellen Soundgewand treu und veröffentlichten trotz eines Schicksalsschlags weiter Alben. 2008 verunglückte ihr langjähriger Bassist Chi Ling Dai Cheng bei einem Autounfall und lag lange Zeit im Koma. Im Mai 2009 konnte er allerdings aus der Intensivstation verlegt werden und ist seither unabhängig von lebenserhaltenden Maßnahmen. Am 5. Februar 2009 gaben die Deftones bekannt, dass Cheng vorerst durch Sergio Vega (ehemals Quicksand), einem Freund der Band, vertreten wird, der schon einmal 1999 mit Chengs Einverständnis ausgeholfen hatte. In dieser Konstellation spielte die Band auch „Diamond Eyes“ ein, das weltweit zum Chartstürmer avancierte.

Überraschenderweise klingt das neue Album nun keinesweg so düster, wie man es annehmen könnte und überzeugt vielmehr durch seine Kompaktheit. Elf Songs ohne Schnick und Schnack, keine Interludes, keine großartigen Experimente. Die Intensität der neuen Songs erpobte die Band bereits auf einer kleineren Clubtour zu Beginn des Jahres. Mit großem Erfolg, doch Songs wie „My Own Summer (Shove It)“, „Minerva“ oder Diamond Eyes“ müssen vor großem Publikum gespielt werden. Nun also in der C-Halle.

Detones, C-Halle, 2.Dezember, 20 Uhr, Karten 35,30 Euro

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