Rock-Funk

Defunkt im Quasimodo

Funk ist tot? Pah! Nicht mit Defunkt, dem harten Urgestein des Genres

Foto: Jean-Luc Karcher
Foto: Jean-Luc Karcher

Als Defunkt 1981 zum ersten Mal in Berlin spielten, ritten sie auf einem spektakulären Ticket: Neben den coolen Lounge Lizards aus New York und Material, der Rockavantgarde- Band von Bill Laswell stand die sechsköpfige Band für den funkigen Angriff auf die Tanzfläche und bildete den schwarzen Kontrapunkt zum vorwiegend weißen, post-punkigen No Wave. Eklektischer, zitierfreudiger, oft ironischer Jazz (Dresscode: Retroanzüge), zu dem der wilde Funk von Defunkt hervorragend passte. „Make Them Dance“ heißt einer ihrer Songs. Beim einst hehren Jazzfest brachte man sie statt in der Philharmonie vorsorglich im Metropol unter.
Die von Joe Bowie 1979 in New York gegründete Band entstand aus der Zusammenarbeit mit Punk-Funk-Provokateur James Chance, tourte in den Achtzigern sogar im Doppelpack mit The Clash und den Talking Heads, was ihre Musik einem Publikum zugänglich machte, das ansonsten mit Free Jazz und Funk nichts am Hut hatte. In den 1990ern änderten sie das Konzept mit Sängerin Kelli Sae kurzfristig in Richtung R’n’B/Soul, um heute wieder entschlossen die Roots-Edition zu verkünden – zurück zum harten Rock-Funk, der die Band einzigartig macht (zumal in Retro-Soul-Zeiten) und den Gruppen wie Red Hot Chili Peppers  und Living Colour, dessen Gitarrist Vernon Reid zeitweilig zur Besetzung zählte, meinen, wenn sie Defunkt als ihre Vorbilder anführen. 

Quasimodo Kantstr. 12, Charlottenburg, Fr 6.1., Sa 7.1., 21 Uhr, VVK 25, 50 € zzgl. Gebühr

Bewertungspunkte2

Mehr über Cookies erfahren