Konzerte & Party

Deluxe Edition: Iggy & The Stooges „Raw Power“

Das dritte Album von Iggy Pop mit den Stooges aus dem Jahr 1973 gilt nicht nur als Blaupause für den Punkrock, „Raw Power“ war gerade zu dessen Anfangszeit auch einfach unerlässlich, weil die junge Bewegung nicht schnell genug eigene Platten auf den Markt bringen konnte. Schon deshalb bleiben Lieder wie „Search and Destroy“ oder der Titelsong für immer mit Clubnächten in Punkhouse, Dschungel oder SO36 in Erinnerung. Nun gibt es diesen Albumklassiker bereits zum zweiten Mal wieder aufbereitet. Sorgsam wurde mit den Originalquellen umgegangen, nichts – wie bei der zuvor erschienenen Edition – im Mix verändert. Was zur Erkenntnis führt, dass eine der wichtigsten Platten des Punk gleichzeitig auch eine der am schlechtesten produzierten (David Bowie) ist. Pop war drogenbedingt lädiert und sang sich trotzdem die Seele aus dem Leib, sämtliche E-Gitarren aber klingen dürr und dürftig wie aus dem Wohnzimmer nebenan. Aber was nützt das Meckern – vielleicht macht ja gerade diese Schlampigkeit die entscheidende Portion Punk bei „Raw Power“ aus?

Text: Hagen Liebing

Iggy & The Stooges „Raw Power“ Deluxe Edition, 2 CDs mit Studio- und Live-Album (Sony)  

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