Konzerte & Party

Dendemann im Astra Kulturhaus

DendemannDaniel Ebel, wie Dendemann mit bürgerlichem Namen heißt, ist der König des Konsens – allerdings auf höchstem Niveau. Konsens insofern, als dass er sich längst nicht mehr nur im Radius des HipHop bewegt, sondern schon seit seinem Projekt Eins-Zwo und dessen zeitlosem Debüt „Gefährliches Halbwissen“ aus dem Jahr 1999 Genre-übergreifend vom Publikum geschätzt wird. Das zeigt sich insbeson­dere auf Festivals: So manches Emo-Kid hat sich schon erstaunt nach dem Namen des Künstlers erkundigt, der ihm gerade ein Wortspiel nach dem nächsten um die Ohren jagt. So hat Dendemann sich über die Jahre längst den Respekt derjenigen errappt, denen deutscher Sprechgesang eigentlich suspekt ist. Über sich selbst sagt er, dass er live besser klingt als auf seinen Alben – weil er mehr Ausdruck hat und energischer flowt. Konsequent bedeutete das für ihn, sein zweites Solo-Album live einzuspielen. Das geschah im Berliner Studio Transporterraum mit Moses Schneider als Produzenten (Beatsteaks, Fehlfarben), den Dende gern als „deutschen Rick Rubin“ bezeichnet. Der gebürtige Mendener, gefühlte Hamburger und zumindest zeitweise in Berlin lebende Wortakrobat bricht auf seinem neuen Werk erneut mit Klischees und Konventionen. So sind auf „Vom Vintage verweht“ Beats und Gitarren ebenso zu hören wie Anleihen an die elektronische Clubmusik. Trotzdem bleiben seine Textarbeit und die Silbenperformance dabei immer im Fokus. Wer’s nicht glaubt, sollte sich live vor Ort davon überzeugen, dass Dendemann zu Recht immer das letzte Wort hat.

Text: Jan Schimmang

Dendemann, Astra Kurluthaus, Mi 12.5., 20 Uhr, VVK: 24 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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