Konzerte & Party

Der Beat-Zauberer: DJ Shadow

DJ Shadow in Berlin

Bei Erwähnung seines Namens denkt man zuerst an das Album „Endtroducing …“ aus dem Jahr 1996. Was war das doch für eine Wundertat! In einer Zeit, als die Wortwahl im HipHop zum Problem wurde, machte DJ Shadow, der eigentlich Josh Davis heißt, die Rapper mundtot und ersetzte sie durch instrumentale Geräuschkulissen. Sein wichtigstes Hilfsmittel war ein Sampler, mit dem er Ausschnitte aus dem Werk von Metallica, Björk, David Axelrod oder Tangerine Dream in seinen Mix integrieren und manipulieren konnte. Zwei Jahre später enttäuschte er eher bei der Produktion des ersten Unkle-Albums „Psyence Fiction“, um das sich wegen der Gäste Thom Yorke und Richard Ashcroft ein immenser Hype zusammenbraute. Nach diesem Rückschlag entschied sich Davis, bei dem zu bleiben, was er kann. Alben von ihm erscheinen seitdem in geräumigen Zeitabständen und sind nach wie vor mit Samples aus den ungefähr 60.000 Exemplaren seiner Plattensammlung versetzt. Der Sound kann sich schnell verändern. Mal heißt es vielsagend „I Gotta Rokk“, mal tritt eine Vorliebe für den Funk alter Schule, für Soul, Jazz oder experimentelle Musik in den Vordergrund. Aktuell leistet sich Davis den Luxus, auf sein Lebenswerk zurückzublicken. Im letzten Jahr erschien das Best-of „Reconstructed“. Das verheißt dann auch live: Old school, but good school.

Text: Thomas Weiland

Foto: Tony Papesh

DJ Shadow, Gretchen, Sa 12.10., 23.30 Uhr, ?VVK 12 Euro zzgl. Gebühr  

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