Konzerte & Party

Der erste Abend auf dem Greenville-Festival

Deichkind

In Paaren/Glien feiert an diesem Wochenende das Greenville-Festival seine Premiere. Und glich das Open Air am Freitag Nachmittag noch eher einem vergrößerten Grillfest mit lauter Musik im Hintergrund, dauerte es doch nur wenige Stunden bis sich das Gelände am Abend gut gefüllt hatte und in einer lauen Sommernacht echtes Festival-Feeling aufkam.
Erster musikalischer Höhepunkt waren am frühen Abend Selig, die sich auch von der Tatsache, dass sich zu Beginn ihres Auftritts nur etwa 300 Zuschauer vor der Hauptbühne versammelt hatten, die Spiellaune nicht verderben ließen. Im Gegenteil: Sänger Jan Plewka schwelgte quasi in Begeisterung über die familiäre Atmosphäre vor den Toren Berlins und rockte sich mit seinen Jungs eine gute Stunde durch die eigenen Erfolge der 1990er Jahre.
Auch Bodi Bill wussten mit ihrem Dance-Elektro-Pop und den teils schrillen Bühnen-Outfits durchaus zu begeistern. Sie nutzten die mit Anbruch der Dunkelheit aufkommende Stimmung und profitierten von den angenehmer werdenen Temperaturen.
Eine wahre Gala-Show zeigten dann The Flaming Lips. Der Show-Auftakt war bombastisch und an Theatralik kaum zu überbieten. Cheerleeder tanzten am Rand der Bühne, riesige Luftballons, Luftschlangen, Papier-Feuerwerk und Unmengen Konfetti sorgten mit dem ersten Ton für Begeisterung der noch immer zunehmenden Menge von Festivalbesuchern. Wayne Coyne ist der geborene Entertainer, ließ es sich nicht nehmen sich in einem riesigen, durchsichtigen und aufblasbarem Plastikball von seinen Fans auf Händen tragen zu lassen und sorgte mit seiner Band für das erste Highlight des Greenville-Festivals.
Die Messlatte hing also durchaus hoch, als um 1.30 Uhr in der Nacht Deichkind die Bühne enterten. Doch in gewohnt durchchoreographierter und neongreller Manier schafften es die Hamburger routiniert wie immer, die Menge toben zu lassen. Erneut stellten die Deichkinder unter Beweis, dass sie live sehr viel besser zu ertragen sind als auf CD.
Für das Greenville-Festival war es ein guter erster Abend und ein gelungener Start ins Premieren-Wochenende. Größeres Organisationschaos blieb aus, die Bands begannen stets pünktlich und auch die Preise für Speis und Trank auf dem Gelände halten sich erfreulich im Rahmen. Einziger Wermutstropfen des ersten Abends war – wenn man so will – die kurzfristige, krankheitsbedingte Absage von Turbostaat. Durch die Absage musste der arme Olli Schulz mit seiner Gitarre auf die größere Bühne und zeigte sich am Nachmittag leider sichtlich überfordert. Immerhin – er dankte es den wenigen Fans, die auch zu früher Stunde schon da waren mit einem Bad in der Menge zum Abschluss des Auftritts.
Am Samstag folgen auf dem Greenville-Festival u.a. Kettcar, The Roots und auch Scooter. An den Kassen gibt es noch ausreichend Tagestickets.

Alle Infos unter www.greenville-festival.com

Text und Fotos: Martin Zeising

Sehen Sie weiter unten in der Bildergalerie die Highlights des ersten Abends.

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