Pop-Rock 

Der Fast-Popstar Joe Jackson spielt im Admiralspalast 

Welthit, Grammy, 40 Jahre Karriere: Joe Jackson hat so viel Energie wie lange nicht

Joe Jackson © earMUSIC | credit: John Huba

Das Cover des neuen Albums „Fool“ ziert ein Narr. Er ist keiner dieser verliebt Verblendeten aus Jacksons „Fools in Love“ vom 1979er Debütalbum. Meine Güte, 40 Jahre ist das her! „Nein, dieser Narr jetzt ist ein Superheld“, sagt der grammyprämierte, größte Fast-Popstar, den Berlin hat. „Mein Narr ist kein Trottel, sondern ein smarter Schelm.“ Ein Hofnarr von Shakespear’scher Dimension geradezu. Und„Big Black Cloud“ ist ein super Aufschlag für das erste große Joe-Jackson-Album seit Langem. Energisch wie die ganz frühen Alben, aber eben ohne Jacksons Klavierkünste zu verbannen. Im Grunde war Jackson eben schon lange (nicht nur wegen seines Kompositionstudiums in London an der Königlichen
Musikakademie) theoretisch völlig überqualifiziert für den rotzigen Drei-Akkord-Punkrock, dem er auf den ersten drei Alben mit seiner Band frönte.

Dass er nicht mehr ganz so exzessiv qualmt, hat die Stimme des britischen Kreuzbergers wieder aufgefrischt. Die Lyrics muten, bei allem Witz und geradezu Beatles-hafter Heiterkeit, auch politisch an, sind gegen Leute, die für ihre Zwecke Paranoia schieben. „Ich glaube nicht an politische Songs“, kontert Jackson. „Die funktionieren meist nicht. Ich lass lieber die Finger davon.“ Aber ja, hier gebe es tatsächlich ein Element von Trotz. „Insofern, als Menschen in Macht immer Furcht benutzen. Die Botschaft lautet meist, mehr oder weniger: ‚Schreckliche Dinge werden geschehen! Der Himmel wird niederstürzen.‘ Was wir nicht hören: inspirierende Botschaften.“ Der Song erhebt also die Faust gegen diese Leute, die immerzu sagen, dass wir Angst haben müssten.

Admiralspalast Friedrichstr. 101, Mitte, Do 28.3., 20 Uhr, VVK 50–89 €

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