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Der letzte Hippie: Neil Young

Er bleibt unbequem: Neil Young will noch immer die Erde retten

Neil Young

Das ewige Eis wird schmelzen, das Wasser knapp werden und auf den Feldern wächst genverseuchtes Saatgut mit giftigem Dünger. Die ökologischen Perspektiven sind, global betrachtet, düster. Und kein anderer Musiker seiner Generation nimmt so vehement und wortgewaltig Stellung zu der sich anbahnenden Klimakatastrophe wie Neil Young.

Der 71-jährige Kanadier mit festem Wohnsitz in den USA hat Songs über Staudämme und den Monsanto-Konzern geschrieben, sein neues Album „Earth“ ist nun vollständig der Umweltthematik gewidmet. Früher sang er lieber über Frieden, Kriege und Freiheit. Doch was sind diese Begriffe noch angesichts der vom Menschen verschuldeten Zerstörung der Erde? „Earth“ ist eine Sammlung von Anklage- und Klageliedern, das Manifest eines engagierten Künstlers, der sich mit seiner Verantwortung als Erdenbewohner auseinandersetzt. Atmosphärisch verwoben mit Tier- und Naturgeräuschen, wird „Earth“ zum apokalyptischen Öko-Soundtrack.

Neil Young ist der letzte Hippie. Während Bob Dylan das American Songbook und Frank Sinatra wiederentdeckt und Paul McCartney mit Rumpelband auf Best-Of-Tour unterwegs ist, geht es bei ihm noch immer um die Sache. Die Sache der Sixties, wenn man so will – jene Dekade, in der seine Generation antrat, um für eine bessere Welt zu kämpfen und Themen wie Pazifismus, Konsumkritik, Rassismus, aber eben auch Umwelt-Aktivismus über den Pop in die breite Öffentlichkeit trug. Gerettet haben sie die Welt bislang nicht, aber Young gibt nicht auf. Und ist ganz nebenbei auch noch einer der besten Gitarristen seiner Ära.

Waldbühne Glockenturmstr. 1, Westend, Do 21.7., 19.30 Uhr, VVK: 80 € zzgl. Gebühr

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