Konzerte & Party

Desertfest mit Kadavar, Pentagram und Witchcraft im Astra

Kadavar_c_PromoMike Patton dürfte Kadavar hassen. Schließlich zieht der Faith-No-More-Mr.-Bungle-Fantomas-Zampano gegen alles zu Felde, was seiner Sicht, wie sich fortschrittliche Musik anzuhören hat, widerspricht. „Ihr nervt“, ätzte Patton beispielsweise gegen die Led-Zeppelin-infizierten Wolfmother. „Welches Jahr haben wir denn?“ Genau diese Frage stellt sich nun auch im Fall von Kadavar: Derart lang sind die Haare, derart buschig die Bärte und derart fellig die Kleider, dass man kaum glauben mag, dass das Berliner Trio, dessen Mitglieder sich obendrein auch noch Wolf, Mammut und Tiger nennen, seine erste Platte tatsächlich erst 2012 veröffentlicht hat. Die darauf enthaltenen Kompositionen sind ebenfalls wahre Oden an das Blut und den Schweiß, die Drogigkeit und den Okkultismus der Siebziger. Neben Page, Plant & Co. haben vor allem Black Sabbath monstertruckbreite Spuren hinterlassen. „Du kannst das Rad nicht neu erfinden“, heißt es dazu in offiziellen Verlautbarungen der Band. „Aber Du kannst es rollen lassen!“ Mit dieser Einstellung nahmen Kadavar die Szene im Sturm und durften sich infolge ihres gefeierten Debüts die Bühne mit Altvorderen wie Saint Vitus oder Electric Wizard teilen. Ihr zweites Album erscheint nun auch nicht mehr beim Kleinstlabel This Charming Man, sondern beim Metalgiganten Nuclear Blast. An die wohlige Tieftönigkeit und die Hitdichte des Debüts reicht der Nachfolger aber nicht heran. Als Ticket für eine Fahrt in Richtung Rockvergangenheit taugt es aber nach wie vor – auch wenn man dabei auf Mike Patton als Zuschauer sicher verzichten muss. 

Text: Roy Fabian

Desertfest mit Pentagram, Witchcraft, Kadavar u.a. Astra, Do 25.–Sa 27.4., 18 Uhr (Do) bzw. 15 Uhr (Fr, Sa), VVK: 82,50 Ђ 3-Tagesticket / 39,60 Ђ Tagesticket zzgl. Gebühr

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