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Destroyer im Magnet

Destroyer

Destroyer – wer vermutet bei solch einem Namen nicht eine Band aus der Kategorie Brutal-Metal? Aber der angebliche Zerstörer erweist sich als friedliebendes Wesen. Dan Bejar wagt sich an Kultbands aus den Achtzigern heran, die sich sonst niemand zu zitieren traut. Seine von akustischen und elektronischen Instrumenten durchflutete Musik und sein grundsätzliches Bekenntnis zum Pop verbunden mit kleinen Capricen (das Saxofon!) erinnern an The Lotus Eaters, Pale Fountains und die Monologe eines Momus. Alles Leute, die man früher als Sensibelchen verspottet hat. Bejar stört das nicht. Die zentrale Zeile auf seinem denkwürdigen aktuellen Album „Kaputt“ lautet: „Sounds, Smash Hits, Melody Maker, NME all sound like a dream to me.“
Da ist also dieser im stillen Kämmerlein produzierende Songschreiber, der sich in Vancouver danach sehnt, dass er mal was anderes hören darf als immer nur Rush, April Wine oder Neil Young. Er träumt von Bands, über die einst in britischen Musik-Weeklys geschwärmt wurde, die es bis auf eine Ausnahme nicht mehr gibt. Diesem Ideal folgt der Kanadier mit „Kaputt“ konsequent und mit viel Sinn für Romantik. Nach fünfzehn Jahren unermüdlicher Rackerei im Indie-Untergrund sieht der sympathische Sonderling Bejar endlich Land.

Text: Thomas Weiland

Destroyer, Magnet, So 7.8., 21 Uhr, VVK: 16,29 Euro

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