Konzerte & Party

Devendra Banhart in der Passionskirche

Devendra Banhart in der Passionskirche in BerlinVom vagabundierenden Maler und Poeten, der seine Folksong-Skizzen auf Aufrufbeantwortern verewigt, zum L.A.-Vorzeigehippie für Jack-Johnson-Käufer? Devendra Banharts Entscheidung, sein achtes Album bei Reprise/Warner zu veröffentlichen, haben viele Fans der ersten Stunde mit Skepsis aufgenommen. Deren Befürchtung, der Eklektizismus des 28-Jährigen könne daran Schaden nehmen, erweist sich nun aber als unbegründet.
Denn bei allem intensivierten Wohlklang verliert „What Will We Be“ nie den Charme einer liebevoll erstellten Mix-Kassette, wo sich Vertrautes mit Unerwartetem abwechselt. Zwar erinnert Banharts Vibrato weiterhin stark an Marc Bolan, und auch seine südamerikanischen Wurzeln (er lebte bis zur Pubertät in Venezuela) kommen erneut zur Geltung. Aber so nah dran am verführerischen Gesangstil eines Cae­tano Veloso oder von Schmuse-Crooner Mel Tormй, wie etwa im eleganten „Chin Chin & Muck Muck„, ist er noch nie zuvor gewesen. Ein Verdienst, den Banhart seinem englischen Wunschpro­du­zen­­ten Paul Butler (The Bees) zuschreibt, der ihm während der winterlichen Aufnahme-Sessions in einer kalifornischen Holzhütte die Vorzüge des „Warmsingens“ nahebrachte. Doch bei aller Behaglichkeit wurde zwischendurch auch gerne mal Black-Sabbath-mäßig gerockt. Und dafür wird Banharts Tourband – unter anderem mit Rodrigo Amarante (Little Joy) an der Gitarre und Ko-Writer Noah Georgeson am Schlagzeug – ganz sicher eben­so zu haben sein!

Text: Markus von Schwerin

Foto: Lauren Dukoff 

Devendra Banhart, Passionskirche, Di 1.12., 20 Uhr, VVK: 21 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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