Konzerte & Party

Dexys: „Nowhere Is Home“

Dexys: Nowhere Is Home

2012 war das Comeback gelungen: Nach 27 Jahren Funkstille kamen Dexys mit „One Day I’m Going to Soar“ zurück – nicht als die punkige Folk-Pop-Großband Dexys Midnight Runners der Achtziger, sondern als Soul-Band um den Sänger Kevin Rowland. Ganz im Stil der 40er-Jahre gestylt standen sie im Frühjahr 2013 im 120 Jahre alten Duke of York’s Theatre, das passende Umfeld für die zehnköpfige Band, die mit dieser Produktion nie wirklich auf Tour gehen konnte. Geprägt von der Bühnenpräsenz irischer Show-Bands und Paradiesvögeln wie David Bowie und Roxy Music unternehmen sie den Spagat zwischen angriffslustigem Power-Soul und kleinen dialogischen Spielszenen. Die Story: Verliebtheit – Angst vor Nähe – trauriges Ende. Da steckt viel Rowland drin, aber auch Musikgeschichte. Als guter Tour-Ersatz kann nun eine Konzert-Porträt-DVD punkten. Im Interview gibt Kevin Rowland Einblick in seine widersprüchliche Persönlichkeit ebenso wie in seinen künstlerischen Anspruch. Ein guter Buddy seines Publikums („Hallo London“) möchte er nicht sein, er inszeniert seine Musik zwischen Konzept und Kontrollwahn. Das wirkt durchaus steif. Aber wie schon beim Album sind es die Songs, die alles herausreißen, und die Band als Erfüllungsgehilfe für das inszenierte Herzblut eines Exzentrikers funktioniert fabelhaft.

Text: Christine Heise

Foto: Dexys

Dexys: „Nowhere Is Home“, Box, 2 DVDs, 3 CDs (Absolute / Rough Trade)

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