Konzerte & Party

Die Antwoord im Magnet

Die Antwoord

Ob man eine Mischung aus Kinder-Spaß-Rave und bösem Gangster-Rap kombiniert mit einer aufgesetzt wirkenden Fuck-off-Attitüde wirklich gut finden soll, geschweige denn ernst nehmen kann, ist bei dieser Band zweitrangig. Vorerst zumindest. Zunächst einmal haben es Die Antwoord aus Südafrika erstaunenswerter Weise geschafft, sich aus dem Nichts ins Gespräch zu bringen. Anfang des Jahres kannte kaum jemand Ninja und Yo-Landi, plötzlich jedoch waren sie das Gesprächsthema in Blogs weltweit. In diesem August touren sie durch Europa. Ihr Video Enter the Ninja wurde mittlerweile fast sechs Millionen Mal auf Youtube angeklickt. „Check it, hundred percent south african culture“, kündigt Waddy Jones, der Sänger, der sich auch privat Ninja nennt, den Song an. Am Hals prangen die Worte „Pretty Wise“, die Goldzähne sind nur angesteckt, seine Knast-Tattoos hat er sich angeblich extra für die Band stechen lassen. Gerappt wird auf Englisch und Africaans, der Landessprache Südafrikas. Die Antwoord benutzen den Zef-Dialekt, die Proll-Sprache aus den Problemvierteln. Es heißt allerdings, dass Ninja und Yo-Landi gar nicht von dort kommen, sondern mit ihrer kleinen Tochter in einem Kapstadter Wohnblock leben. Ist ihr böser Gangster-Look nur ein oberflächlicher Style? Keiner weiß es so genau. Vielleicht spielt das auch gar keine Rolle, in Südafrika sind die drei jedenfalls so etwas wie Antihelden, ihre Songs dürfen erst ab 22 Uhr im Radio gespielt werden. Außerhalb ihrer Heimat müssen Die Antwoord nun allerdings erst einmal beweisen, dass sie nicht nur heiße Luft in der Bloggersphäre sind, sondern auch live etwas drauf haben.

Text: Katharina Wagner

Introducing mit Die Antwoord + Telepathe, Magnet, Fr 20.8., 22 Uhr, VVK: 10 Euro

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