Konzerte & Party

Die Beatsteaks in der Wuhlheide

Beatsteaks

tip Zwischen „Limbo Messiah“ und „Boombox“ liegen vier Jahre. Warum mussten Ihre Fans so lange auf das neue Album warten?
Peter Baumann?Wir wollten mal ein Päuschen machen. In dieser Zeit hat sich das Gros der Band gar nicht mit Musik beschäftigt. Da dauert es ein bisschen, bis man sich wieder zusammenfindet. Dazu kam noch, dass wir erst im Studio angefangen haben das Album aufzunehmen, uns das dort aber nicht gefallen hat. Unsere Demos aus dem Proberaum klangen viel besser. Also sind wir dorthin zurück und haben da die Mikros aufgebaut.

tip „Boombox“ klingt deutlich anders als frühere Platten. Besonders der Opener „Fix It“ ist mit  seinem ungewöhnlich wuchtigen Riff eher schwere Kost…
Peter Baumann?Ja? Na gut, es gibt immer Ausreißer. Aber das Typische an uns ist ja, dass es eigentlich nie was Typisches gibt. Wir versuchen immer so weit wie möglich auszuloten, was noch geht. Die jeweilige Stimmung der Band entscheidet dann, wie wir klingen. Das verändert sich natürlich von Platte zu Platte.

tip Absolut: Zwischen dem scheppernden Debüt „48/49“ und „Boombox“ liegen Welten. Gibt es Dinge aus der Vergangenheit, für die Sie sich schämen?
Peter Baumann?Na ja, also ein Lied wie „Fragen“ oder „Zu oft“ könnten wir heute nicht mehr bringen. Aber ich weiß noch, dass wir das damals total geil fanden. (lacht) Wie auch immer, Schwamm drüber! Schämen tun wir uns nicht dafür, denn das gehört einfach dazu.

Peter Baumanntip Sie schämen sich heute ja nicht mal für Verspieler wie im Orgelsolo von „Let’s See“.
Thomas Götz?Wir haben das zehn Mal probiert. Es wurde nicht besser!
Peter Baumann?Da hört man genau das, was die Band ausmacht, denn ich habe natürlich gesagt: „Das geht nicht, das muss ich noch mal machen.“ Und dann steht die ganze Band vor dir und sagt: „Du spielst das auf keinen Fall noch mal.“
Thomas Götz?Da lachen vier über einen. Das würden wir uns niemals nehmen lassen, uns über den lustig zu machen!

tip Peter, Sie haben mal gesagt, wenn es nach Sänger Arnim Teutoburg-Weiß ginge, wäre „Boombox“ noch viel bunter. Ist dieser Wunsch nach Neuem willkommen oder macht er es eher schwer, die Bandlinie beizubehalten?
Peter Baumann?Wenn wir Musik machen, sind alle gleichberechtigt. Es geht immer darum, ob wir uns das vorstellen können. Dann ist es sehr willkommen. Bei „Boombox“ war es so. Es ist unsere bisher bunteste Platte.

tip Ist das Album auch persönlicher als andere? Der Text von „Under A Clear Blue Sky“ lässt darauf schließen: Er handelt von Freundschaft und Enttäuschung.
Peter Baumann?Nee, wir versuchen immer, da keine echte Geschichte zu erzählen, sondern eher Bilder zu malen, die der Musik entsprechen. In die fließt dann manchmal auch ein, was jeder mal loswerden wollte.

tip Und hier wollten Sie ganz persönlich etwas loswerden?
Peter Baumann?Nee, Texte schreiben wir viel zusammen. Deshalb ist das immer was von uns allen. Und Arnim kommt sowieso immer wegen der phonetischen Komponente dazu. Da kommt’s schon mal vor, dass er sagt: „Tolles Wort, aber ich kann’s nicht singen.“

1 | 2 | weiter

Mehr über Cookies erfahren