Konzerte & Party

Die Beatsteaks spielten im Huxley\s

Beatsteaks

Deutschlands derzeit beste Liveband hatte zum Benefiz-Gig zugunsten des Japanischen Roten Kreuzes ins Huxley’s geladen. Das Konzert war in drei Stunden ausverkauft. Wohl auch, weil ein Auftritt in einer so kleinen Halle inzwischen längst die Ausnahme ist. Mit „Jane Became Insane“ eröffnet der Fünfer das Heimspiel. Arme schießen in die Höhe, der Moshpit beginnt zu kochen, die Beatsteaks sind zu Hause – in jeder Hinsicht. Sänger Arnim schlängelt auf der Bühne, geht tanzend auf der Stelle, feiert die Menge und sich selbst. Schlagzeuger Thomas, der Besessene, drischt irre Salven auf die Felle. Zu „Hand in Hand“ bildet sich der erste Circle of Death: Menschen prallen pogend aufeinander, schwitzend, grinsend, schon jetzt die Blessuren feiernd, die sie morgen an das Erlebte erinnern werden. „I Don’t Care As Long As You Sing“ bringt pure Euphorie, 1?600 Fans versetzen die im ersten Stock liegende Halle in brutale Schwingung. Gedanken über Statik schießen ins Hirn. Arnim feiert indes mit dem Publikum auf den Rängen des kleinen Saales, wie er es auch in den großen Stadien gerne tut. So sehr man den fünfen den Erfolg gönnt, so schade ist es, sie deshalb mittlerweile fast ausnahmslos im hohen Tausenderbereich erleben zu können. Doch heute ist es ja anders. Gitarrist Bernd greift zum Mikro. Mit „Frieda und die Bomben“ keift er die Masse an. Crowdsurfer schwimmen über die vorderen Reihen. Die dort Stehenden kämpfen mit den Kräften, dem Durst, damit, nicht einfach vor Müdigkeit und Glück umzufallen. Dann endlich Verschnaufen: Arnim setzt sich an den Bühnenrand, Thomas ans Klavier. Tief über das Instrument gebeugt intoniert er „What’s Coming Over You“ als Ballade. Zum Finale der zweiten Zugabe spielt die Band „Let Me In“. Noch einmal alle Kraft zusammennehmen, hinsetzen, auf Kommando aufspringen und die letzten Reserven verpulvern, als gäbe es keinen Heimweg mehr. „Wir sehen uns in der Wuhlheide“, ruft der Sänger nach eindreiviertel Stunden zum Abschied. Im Juni treten die Beatsteaks dort gleich zweimal auf. Die Bühne ist an beiden Tagen ausverkauft. Zu Recht.

Text: Nadine Kleber

Foto: Hadley Hudson

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