Konzerte & Party

Die Editors in der Columbiahalle

Editors

„In Dream“ heißt das neue Album der britischen Indie-Rocker um Sänger Tom Smith. Und es ist auch tatsächlich beruhigter als die Vorgänger. Stilistisch waren und sind sie aber immer in Bewegung: Begonnen haben die Editors mit Post-Punk, wurden experimenteller und seit ihrer besten Platte „In This Light and on This Evening“ 2009 haben sie breit Synthesizer aufgefahren. „Uns wird halt immer wieder langweilig“, erzählt der im Band-Umfeld für seine stets tolle Laune bekannte Bassist Russell Leetch dem tip backstage im SO36. „Die letzte Platte war straighter Rock, die neue muss man mehrmals hören, um sie zu begreifen. Mehr ein Abend mit einem Glas Wein als ein schneller Shot.“ Wie könnte das nächste Album werden? „R’n’B-Country-Fusion“, ulken sie. „Wer immer das Gleiche spielt, tut doch nur so als wäre er ein Musiker“, meint Justin Lockey, der seit 2012 Gitarrist der Band ist. Auf der Bonus-CD sind deshalb alternative Versionen mancher Tracks, die etwas roher klingen. Im Probenraum jammt bei den Editors erst mal jeder auf dem Instrument, das ihm am besten passt. Lange bleiben die Stücke instrumental. Erst spät legt Tom seine melancholischen, leicht hermetischen Lyrics drauf. Aufgenommen haben sie die Platte sechs Wochen lang „in the middle of nowhere“, wie sie sagen, in Schottland – kein Internet, keinerlei Ablenkung. Meersalz in der Luft. Ein verträumter Ort, an dem man nachts noch richtig viele Sterne sieht. Im nächsten Pub liefen die Bee Gees und Bruce Springsteen. Ein Traum.

Text: Stefan Hochgesand

Foto: Rahi Rezvani

Editors, Columbiahalle, Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Mo 9.11., 20 Uhr, VVK: 35 Euro zzgl. Gebühr

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