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Die Festivals „Wassermusik 2010“ und „Down By The River“

Chica LibreEs war Zeit für Süßwasser. Im Haus der Kulturen der Welt beginnt am 22. Juli das Wassermusik-Festival. „Zweimal waren wir bereits in der großen weiten Welt der Ozeane“, sagt der Musikkurator des Festivals, Detlef Diederichsen. „Jetzt geht es zu den Flüssen.“ Genauer: an drei Wochenenden von der Donau über den Amazonas bis zum Nil.
Diederichsen sitzt auf der Terrasse am Haus der Kulturen der Welt, ein schlanker Mann mit graumeliertem Schnauzbart. Er spricht schnell, schiebt dabei seine filigrane Nickelbrille auf der Nase zurecht. „Wir haben zuerst die Flüsse ausgesucht, dann die Künstler“, erzählt er. „Alle drei sind transnational, definieren Kulturräume. Das war uns wichtig.“
Heraus kam ein Programm, das so vielfältig ist wie der Amazonas verzweigt. Erik Sumo aus Budapest etwa, der eher als Indie-Musiker einen Namen hat, in der Gypsy-Szene aber noch unbekannt ist, wird am Donau-Wochenende dabei sein. Oder die New Yorker Formation Chicha Libre (Foto oben), eine Band, die sich in Peru auf die Spuren des Chicha der 70er-Jahre gemacht hat und mit Surfgitarren und psychedelischen Sounds eine moderne Interpretation dieser fast vergessenen Musikrichtung liefert, wie die Erinnerung an ein längst ausgetrocknetes Flussbett.
„Wir wollen Welten zusammenbringen“, sagt Diederichsen. Berlin sei dabei immer mitgedacht und so treten auch Künstler wie Btownbusted feat. Johnny Strange, Sänger bei der Berliner Reggae-Formation Culcha Candela, auf, wenn es um den Nil geht: Stranges Vater kommt aus Uganda. Oder die Gypsy Queens & Kings, die bei Asphalt Tango veröffentlichen, einem Label, das in Berlin sitzt.
Donna StolzDass erst jetzt, zur dritten Auflage der Wassermusik, Flüsse die Inspiration für das Festival-Programm geworden sind, ist eigentlich verwunderlich. Schließlich liegt das Haus der Kulturen der Welt direkt an der Spree, und der Fluss war es auch, der die Macher vor drei Jahren überhaupt erst auf die Idee zur Wassermusik brachte. Jahrelang war das Ufer vor dem Haus eine Baustelle; als die endlich verschwunden war, sich auf einmal eine Promenade an der Spree entlang zog, war klar: Das Haus der Kulturen der Welt ist der perfekte Ort für ein Sommerfestival.  Wasser als Thema barg nahezu unendlich viel Potenzial, um es mit Kultur zu verbinden. Als Metapher kann man mit Wasser spielen: von den Flussarmen, die sich verzweigen wie die Musikgenres, bis hin zum „Flow“ im HipHop. Wasser war auch schon immer ein Ideengeber für Musiker und ihre Songs, von den alten Seemannsliedern bis hin zu Händels Wassermusik aus dem 18. Jahrhundert.
„Gewässer sind so oft Inspiration für Musik gewesen, dass wir noch lange Festivals zu diesem Thema machen könnten“, sagt Diederichsen. Von der Uferterrasse steigt er die Treppen hinauf auf das Plateau unter der riesigen Fassade des Hauses der Kulturen der Welt. Mit ausladenden Armbewegungen zeigt er auf die Liegestühle, in denen die Zuschauer die Konzerte anhören können, und auf die Leinwand, auf der die Filme gezeigt werden. Wassermusik ist ein Paket aus Konzerten, Filmen, Gesprächsrunden und Workshops.
Das Festival im Haus der Kulturen der Welt ist nicht die einzige Veranstaltung in diesem Sommer, die versucht das Flussthema mit Musik zu verbinden. Am 24. Juli findet auch in diesem Jahr wieder das Down-By-The-River-Festival in der Bar 25 statt. Ran Huber ist einer der Veranstalter. Entspannt sitzt er Mitte Juli im Cafй Ici in der Auguststraße und lauscht den Klängen der Folkmusikerin Donna Stolz (unteres Foto). Auch Donna wird mit ihrer Gitarre in der Bar 25 am Fluss auftreten.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in tip 16/10 auf den Seiten 64-65.

Text: Anne Lena Mösken

Wassermusik 2010, Haus der Kulturen der Welt, Do 22.7.-Fr 13.8., AK: 10/8 Euro, nur Film 5/3 Euro, bei Regen werden alle Veranstaltungen in die Halle verlegt, Programm und alle Infos unter www.hdk.de

Lesen Sie hier: Weitere Infos zum Filmprogramm beim Wassermusik 2010-Festival

Down-By-The-River-Festival, Bar 25, Sa 24.7, 12-24 Uhr, Eintritt: 15 Euro, Vorverkaufskarten gibt’s bei Koka unter www.koka36.de, Infos zu den Bands unter www.myspace.com/downbytheriverfestival

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