Konzerte & Party

Die Fкte de la Musique 2013 in Berlin

Rund hundert Bühnen sorgen an diesem Tag und bei freiem Eintritt dafür, dass es von 16 bis 22 Uhr nicht leise wird. Anschließend geht es vielerorts auch drinnen weiter. Den kompletten Veranstaltungsplan der Fкte finden Sie weiter unten — unsere Lieblingsbühnen stellen wir direkt hier vor.

Alles im Fluss
Modeselektor nehmen sich in diesem Jahr der Red-Bull-Mauerpark-Bühne als Kuratoren an.

Fкte de la Musique

Auch in diesem Jahr ist die Red-Bull-Bühne im Mauerpark wieder eine der großen Attraktionen bei der Fкte de la Musique. Allein schon deshalb, weil Gernot Bronsert und Sebastian Szary alias Modeselektor federführend in das Geschehen eingreifen. Sie sind für diese Aufgabe eine Volltreffer-Besetzung. Mit ihrem zwischen Techno, HipHop, Dub und Electro changierenden Freistil repräsentieren sie die elektronische Musik Berlins schon seit geraumer Zeit vorbildlich. Prämiert wurden sie auch schon, im Vorjahr gewannen sie den Kritiker-Echo. Modeselektor wissen aber auch, wie man Bühnen kuratiert. Für das Melt-Festival wählen sie jedes Jahr Musiker für die „Selektor Stage“ aus. „Es ist reizvoll, ein Programm zu gestalten, das von Anfang bis Ende einen gewissen Flow hat“, sagt Szary. „Wenn wir auf Festivals spielen, fragen wir uns manchmal, wie wir und die Bands vor und nach uns zusammen funktionieren sollen. Grundsätzlich machen wir alles mit, wir können auf allen Hochzeiten tanzen. Wenn wir aber selbst für die Gestaltung verantwortlich sind, versuchen wir schon, eine Linie zu finden.“ Das befreundete DJ-Team mit dem vielversprechenden Namen Sick Girls sorgt für den Auftakt und überbrückt danach die Pausen. Später hat der für das Modeselektor-Label Monkeytown veröffentlichende Klangbastler Siriusmo einen seltenen Auftritt. Er hat lange an seinem neuen Album „Enthusiast“ gearbeitet, dafür immer wieder Ideen verworfen, neue integriert und dann doch wieder alte hervorgekramt. So lange, bis es passte. Ihm folgen mit Schlachthofbronx aus München und Buraka Som Sistema aus dem Großraum Lissabon zwei artverwandte Crews, die elektronische Musik und Weltmusik-Einflüsse zu einem unwiderstehlichen Gemisch verquicken. „Beide Bands haben gerne zugesagt, obwohl sie sehr beschäftigt sind. Alle kennen sich untereinander und haben sich oft auf Reisen getroffen. Die Stimmung ist schon unter den Bands bestens, und wenn sie mit mächtigem Sound nach vorne drücken, ist auch das Publikum sofort mit dabei“, weiß Szary. Er selbst wird den Abend mit Bronsert zum krönenden Abschluss führen. Im Mauerpark ist man ja einiges gewohnt, was Partys angeht. Die hier wird gewiss besonders wild.

Text: Thomas Weiland

Red Bull Hosted By Modeselektor – ­Mauerpark, Eberswalder/Gleimstraße, Prenzlauer Berg, 16–22 Uhr

 

Naturburschen
Techno und Deep House sind der Soundtrack am Spree-Strand des Sage Restaurants.

Fкte de la Musique

Früher gab es in der elektronischen Musik eine klare Trennung. Wer beim Produzieren den Club im Kopf hatte, machte einen Techno-Track draus. Wer sich von Umweltgeräuschen inspirieren ließ, neigte zu Ambient-Sound. Doch dann setzte sich in deutschen Großstädten die Einrichtung der Beach-Party durch, und schon merkte man, wie Grenzen langsam verschwimmen. Musiker hatten keine Bedenken mehr, Techno mit Impressionen aus der Welt von Flora und Fauna zu versetzen. An den beiden Live-Acts, die im Sage Restaurant am Strand auftreten, ist diese Entwicklung nicht vorübergegangen. Das Duo mit dem schönen Berliner Namen Dürerstuben (es gibt in Friedenau schon länger ein Lokal für private Feiern, das so heißt) ist auf Deep House aus. Titelnamen wie „Sonnenblut am Platz der Perlen“, „Sternzeichen Glühwurm“ oder „Es funkelt gar auf frostigem Feld“ zeigen, wie die beiden draußen vor der Tür auf Ideen kommen. Noch stärker macht sich das bei Dreher & Smart bemerkbar. Sie haben schon mal ihre Eindrücke von einem Wandertag in Mecklenburg verarbeitet und daraus ein Live-Album gemacht, auf dem es unter anderem um Pappeln, Schafe oder Waldameisen geht. Diese Lebewesen wird man am Ufer der Spree vermissen, aber Dürerstuben und Dreher & Smart werden auch so Wege finden, wie man die Natur an den Maschinen mit einbezieht.

Text: Thomas Weiland

Sage Restaurant am Strand, Köpenicker Str. 18–20, Kreuzberg, 16–22 Uhr, anschließend Indoor in der fiesen Remise (open end)

 

Beethoven satt
Das Stanford Symphony Orchestra widmet sich dem Gesamtwerk des großen Ludwig van.

Fкte de la Musique

Die kalifornische Elite-Uni Stanford besitzt nicht nur reihenweise namhafte Absolventen, sondern verfügt über eines der renommiertesten Studenten-Orchester der USA. Diese Saison hat das knapp 100 Musiker zählende Ensemble sich den Werken Ludwig van Beethovens verschrieben und sich selbst einen „Beethoven-Marathon“ auferlegt: Sämtliche neun Sinfonien und fünf Klavierkonzerte hat das Orchester mit seinem Dirigentendoppel Jindong Cai und Anna Wittstruck einstudiert und im Verlauf des ausklingenden Semesters in der neu eingeweihten Konzerthalle auf dem Stanford-Campus aufgeführt. Krönender Abschluss für die Kalifornier ist nun ihre Reise nach Europa – „auf Beethovens Spuren“. Dann besucht und bespielt das Orchester wichtige Stationen und Orte im Leben des Klassikers in Bonn, Leipzig, Wien oder Teplice. Auch Berlin ist im Tourneeplan bedacht worden – schließlich hat Beethoven hier die zwei Cellosonaten op. 5 komponiert, gewidmet dem König Friedrich Wilhelm II. In den Spielplan der Fкte de la Musique passt das Gastspiel des Stanford Symphony Orchestra besonders gut hinein, wo in diesem Jahr deutlich mehr klassische Musik im Programm zu finden ist als zuvor. Im Saal der Universität der Künste kommt am Abend natürlich der Lieblingskomponist der Stanford-Musiker zu Gehör. In dreieinhalb Stunden Konzertdauer findet zwar nicht der komplette symphonische Marathon Platz, aber auch die ausgewählten Stationen zwischen Nr. 1 und Nr. 9 versprechen eine intensive Begegnung mit dem Meister.

Text: Ulrike Rechel

Foto oben: Dirk Mathesius

Foto mittig: diephotodesigner

Foto unten: ©Tracy Martin Photography

Stanford Symphony Orchestra: Beethoven Marathon, Konzertsaal der Universität der Künste, ­Hardenbergstr. 33, 18–21.30 Uhr

 

In unserer Übersicht finden Sie alle Bühnen der Fкte de la Musique 2013 nach Stadtteilen geordnet.

Alle Termine und Bühnen der Fкte de la Musique 2013 in Berlin

 

 

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