Konzerte & Party

Die Foo Fighters in der Mercedes-Benz Arena

Foo Fighters

Mit seiner für den HBO-Serienkanal produzierten Musik-Odyssee durch Amerika und dem zugehörigen Album „Sonic Highways“ hat sich Dave Grohl als Kenner amerikanischer Rockhistorie empfohlen, der selber keine kleine Rolle darin spielt, zuerst als Drummer-Talent in Washington DCs Politpunk-Szene, später bekanntlich abgeworben von Kurt Cobain. Mit den Foo Fighters hat der 46-Jährige dann sein Frontmann-Gen kultiviert, und wer den Kerl mit der blendenden Zahnleiste und der Arenen-füllenden Schmirgelstimme je live erlebte, wundert sich, dass er nicht viel früher eine Band anführte. Die Foo Fighters sind fraglos knietief im Mainstream verortet. Ein paar Fans werden sie dadurch vergrätzt haben, vor allem aber haben sie Massen hinzugewonnen mit ihren, immer noch an Nirvanas leise/laut-Dramaturgie angelehnten Rocksongs а la „Best of You“ oder „The Pretender“. Man mag sich zwar etwas seltsam fühlen, den Hymnen um wütendes Außenseitertum im Innern der Mercedes-Benz-Arena zu lauschen, doch letztlich zählen die Menschen auf der Bühne. Und die fallen vor allem positiv auf, zuletzt etwa durch das Versprechen, alsbald in Cesena zu gastieren, nachdem sich 1000 Laienmusiker in der italienischen Stadt versammelten, um eine kollektive Coverversion von „Learn to Fly“ darzubieten. Dienst am Fan der besonderen Art war zuvor der Auftritt im Juni in Göteborg, wo Grohl sich das Bein brach, aber weiterspielte – nach kleiner Unterbrechung in der Notaufnahme. Für solche Aktionen fällt es nicht schwer, die Foo Fighters zu mögen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Ringo Starr

Foo Fighters, Mercedes-Benz-Arena, Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, So 8.11., 19 Uhr, ausverkauft

Mehr über Cookies erfahren