Konzerte & Party

Die „Junior Boys“ spielen im Scala

Junior BoysVor drei Jahren erschien von ihnen ein Album namens „So This Is Goodbye„. Bei so einem Titel musste man mit dem Schlimms­ten rechnen. Doch zum Glück haben Jeremy Greenspan und Matt Didemus nur geblufft. Ihre Abschiedsständchen waren in Wahrheit keine. Sie brauchten nur etwas Zeit, um sich auf ihren großen Auftritt vorzubereiten.
Mit dem neuen Langspieler „Begone Dull Care“ treiben die beiden Kanadier ihr Konzept der unterkühlt melodischen Dance Mu­sic auf die Spitze. Es gibt sphärische Tracks, die sich behutsam aufbauen. Andere erinnern an die Italo-Disco-Ära. Wieder andere sind an die Funk-Ästhetik der 80er Jahre angelehnt. Sogar das im Kontext elektronischer Musik oft fremdelnde Saxofon findet seinen Platz. Alles Teil einer Umerziehungsmaßname, wie Greenspan meint: „Es gibt Leute, die attackie­ren den Hörer förmlich, zumeist über Kompression, Lautstärke oder bestimmte Mischverfahren. Man wird überrumpelt und denkt bald schon nicht mehr darüber nach, was da auf einen eingeprasselt ist. Für mich ist das ein Horrorszenario. Wir haben Stücke entwickelt, mit denen man länger leben kann.“
Der Sänger ist ein korpulenter Typ mit reichlich Gesichtshaar, er sieht mehr wie ein Indie-Rock-Nerd denn wie eine Clubmusik-K­oryphäe aus. Von solchen Äu­ßer­lichkeiten sollte man sich nicht täuschen lassen. Der Mann hat eine ganz wunderbar warme Soulstimme, die den Junior Boys auch live das gewisse Etwas verleiht.

Text: Thomas Weiland  

Junior Boys, Scala, Fr 22.5., 23 Uhr, VVK: 13 Euro

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