Konzerte & Party

Die Lotter-Diva Evan Dando

Evan Dando1. Schöne Frauen
Ob Winona Ryder, Kate Moss oder Juliana Hatfield: Selten zeigte Evan Dando Mannequins, Stars und schönen Mitmusikerinnen die kalte Schulter. Dadurch ging sicher manche Arbeitsstunde verloren. Mittlerweile ist der 42-Jährige verheiratet – übrigens mit einem Model.

2. Sonnenkönig-Mentalität
Trotz Drogenabstürzen und unberechenbarer Auftritte hat Dando sich die Aura des Sonnenkönigs bewahrt. Oft schrieben ihm Kollegen Bewunderungslieder auf den Leib, etwa Ben Lee mit „I Wanna Be Like Him“. Eine Art Hommage stammt auch von Mike Watts und heißt „One Sperm Across Your Heart“. Bei so viel Aufmerksamkeit leidet schon mal die Disziplin.

3. Obskure Coversongs
Im Nachhinein mutet es recht absurd an, dass es mit „Mrs. Robinson“ ausgerechnet ein Coversong war, mit dem Evan Dando der kommerzielle Durchbruch gelang. Das Covern liebt der Bostoner bis heute. Doch die Auswahl wird immer obskurer. In der neuesten Kollektion „Varshons“ singt Dando u.a. ein Frauenmörderlied von Punkrock-Bad-Guy G.G. Allin. Im Langschläfer-Bass singt er später ein verkatertes „Mexico“ von den Fuckemos. Wem bitte? Eben.

4. Drogen
Manch einer sieht in Evan Dando den Pete Doherty der Neunziger. Nicht nur, dass sie jeweils einen Song mit Kate Moss aufgenommen haben. Beide kommen auch auf ungefähr dieselbe Menge abgebrochener Drogentherapien. Bloß, dass sich Dando – in der Ära vor dem Internet – auch mal diskret abmelden konnte.

5. 1967
Manchmal steht anscheinend ein ganzer Jahrgang auf Kriegsfuß mit einer gesunden Karriere. Altersgenossen von Dando sind oder waren Kurt Cobain, Layne Staley, Scott Weiland oder Richey James, der verschollene Gitarrist der Manic Street Preachers. So betrachtet hält sich Evan Dando eigentlich ganz prächtig.

Text: Ulrike Rechel

Evan Dando, Bang Bang Club, Di 19.5., 21 Uhr, AK: 15 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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