Konzerte & Party

Die Manic Street Preachers im Huxleys

Manic Street Preachers

tip Was ist Ihr Überlebensrezept?
Nicky Wire Es war für uns nicht immer einfach, gerade nach dem bis heute ungeklärten Verschwinden unseres Gitarristen Richey Edwards nicht. Letztendlich hilft es, wenn man miteinander befreundet ist. Wir kennen uns alle aus der Schulzeit. Wichtig ist auch dieser massive Drang, Musik machen zu wollen. Bei uns hat das nie aufgehört. Wir sind krankhaft besessen, wenn es um dreiminütige Rock’n’Roll-Songs geht.

tip Traditioneller Gitarrenrock liegt zurzeit nicht im Trend. Ist das ein Problem?
Nicky Wire Früher hatte man das Gefühl, dass The Who oder die Sex Pistols mehr waren als nur Bands. Mit denen ging ein Lebensgefühl einher. Das ist verloren gegangen und durch das ersetzt worden, was ich mal als Urban-R&B-Crossover bezeichnen würde. Die Leute sehen heute mehr in Rihanna oder Tinie Tempah als in Iggy Pop oder Pete Doherty. Rock schockt nicht mehr. Das macht es für uns sicher nicht einfach.

tip Nehmen Sie sich aus diesem Grund nach der Tour eine zweijährige Auszeit?
Nicky Wire Wir hatten nach dem letzten Album „Postcards From A Young Man“ das Gefühl, dass wir einen Schlussstrich unter eine Schaffensperiode gesetzt hatten. Wir brauchen einen Neustart. In welche Richtung es geht, ist noch unklar. Vorbilder könnten der europäische Sound der frühen Simple Minds, das Weiße Album der Beatles, „Physical Grafitti“ von Led Zeppelin oder „Sandinista“ von The Clash sein. Alben, bei denen man das Gefühl hat, dass eine Menge passiert.

tip Vor der Pause spielen Sie Ihre alten Hits auf Tour. Welchen Wert hat das für Sie?
Nicky Wire Wir haben kurz vor Weihnachten in London alle 38 Single-Titel hintereinander gespielt. Da sind 16.000 Leute zu weniger bekannten Songs wie „Revol“ oder „The Love of Richard Nixon“ völlig ausgeflippt. Das war überragend. Jetzt machen wir das in Deutschland ähnlich. Wir haben uns dort leider etwas rar gemacht. Dabei macht unser Sänger James ständig Urlaub in Deutschland. Er und ich haben sogar schon überlegt, ob wir nicht nach Berlin ziehen sollten.

Interview: Thomas Weiland

Manic Street Preachers, Huxleys Neue Welt, Di 24.4., 20 Uhr, VVK: ab 30 Euro

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