Weltmusik

Die Mbira Queen Stella Chiweshe spielt im Yaam

Wahlberlinerin Stella Chiweshe erinnert an ihre Songs aus den 70ern

Es war nicht einfach für Stella Chiweshe, damals in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, wo die Musikerin geboren wurde und aufwuchs. Nach anfänglicher Begeisterung für weißen Rock’n’Roll entdeckte sie in den frühen 1970er-Jahren die Mbira, ein althergebrachtes afrikanisches Instrument, das wir hierzulande gemeinhin Daumenklavier nennen. Die junge Stella wollte die traditionelle Spielart erlernen, stieß dabei aber auf ein Problem, sie war eine Frau und das Mbira-Spiel war allein den Männern vorbehalten. Ein Onkel brachte ihr die technischen Grundlagen trotzdem bei, sie entdeckte die disharmonischen Möglichkeiten und das rhythmische Spektrum, doch niemand wollte ihr so ein Instrument verkaufen.

Was sie nicht vom Weg abbrachte, irgendwie lieh sie sich eins und ging inspiriert und emanzipiert ins Studio. Zurück in diese Zeit führt das gerade erschienene Album „Kasahawa“, auf dem acht Singles aus den Jahren 1974 bis 1983 versammelt sind und einen guten Einstieg in den Kosmos der „Königin der Mbira“ darstellen. Chiweshe vereinte die spirituellen Elemente der Musik mit weltlichen Einflüssen, entwickelte einen eigenen Stil, experimentierte aus der Tradition heraus, suchte nach Bezügen in anderen Kulturen und verwies bald die sturen Mbira-Männer auf die Plätze. Jetzt stellt die mittlerweile 72-Jährige Künstlerin die alten Songs in ihrer Wahlheimat Berlin vor.

Yaam An der Schillingbrücke 3, Friedrichshain, Do 13.9., 20 Uhr, VVK: 15 € zzgl. Gebühren

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