Konzerte & Party

Die Nasenflöten hätte man sich sparen können

Berliner WaldManchmal macht es mehr Spaß, den Spoken-Word-Dichter Bas Böttcher nur zu hören.

Bei seinem ersten Auftritt im neuen Bastard-Slam im Festsaal Kreuzberg sah er mit HipHop-Jeans, Mottoshirt und Adrenalingrinsen doch sehr stark aus wie ein Mario Barth für Besserdenker.

Gefeiert wird Böttcher inzwischen ganz von alleine, das lassen wir an dieser Stelle dann auch, die Klasse seiner gebellten Wortspiele, zum Beispiel über seine Sinneserfahrung einer „Fühlothek“, wird dadurch ja nicht geschmälert. Eine Hör-CD zu veröffentlichen, ist jedenfalls eine gute Idee.

Neben drei Texten von Böttcher enthält „Berliner Wald – Live-Literatur aus dem Festsaal Kreuzberg“ weitere 17 von Stammpoeten wie Wolf Hogekamp, Gauner und Paul Hofmann, die allesamt zu einer gelungenen Werkschau beitragen.

Nur die Musikstücke des Oberkreuzberger Nasenflötenorchesters, deren popelige Coverversionen immer schön urig, raw, piffig und augenzwinkernd rüberkommen sollen, aber rein gar nichts Witziges an sich haben, hätte man sich schenken können.

Berliner Wald – Live-Literatur aus dem Festsaal Kreuzberg
Sprechstation Verlag
77 Minuten
12,90 Euro

Mehr über Cookies erfahren