Konzerte & Party

Die neuen Berliner Klassikstars im Porträt

Rebecca SaundersRebecca Saunders
Wie lang eine Komposition werden wird, wann sie als beendet gilt, so etwas weiß Rebecca Saunders bei der Arbeit noch nicht. Die 1967 in London geborene Komponistin zählt zu den radikalsten Neuerern der Gegenwartsmusik. Mit ihrem Werk „Chroma“ wird die diesjährige MaerzMusik eröffnet. In Berlin hat Saunders unter anderem mit der Choreografin Sasha Waltz zusammengearbeitet („Insideout“). Ihre Lieblingsmusik neben Bach und Mahler: Portishead. Ihre Kinder nennt sie den Quell all ihrer Kraft. Sie joggt gern durch den Volkspark Friedrichshain und mag den Japaner in der Lychener Straße.

„Chroma XV“ von Rebecca Saunders am 18.3. um 20 Uhr im Moskau

Lesen Sie hier: Unser kompletter Fragebogen an Rebecca Saunders

 

Anna ProhaskaAnna Prohaska
Sie sieht ein wenig nach Subkultur aus und redet gerne auch so: Anna Prohaska, 28 Jahre alt, mag nicht nur Purcell, Schubert und Wagner, sondern auch Daft Punk, Zoot Woman und Arcade Fire. Die Tochter einer irisch-englischen Sängerin und eines österreichischen Opernregisseurs hat in Berlin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler studiert und unter anderem mit Christoph Schlingensief gearbeitet. Schocken kann Prohaska sowieso nicht viel. Ausgerechnet das Musical „Das Phantom der Oper“ hat in ihr den Wunsch geweckt, Sängerin zu werden, wie sie offenherzig bekennt. Die Sopranistin ist an der Staatsoper engagiert und ist dort einer der Stars im Ensemble.

„Cosм fan tutte“, 18., 25.3. um 19 Uhr und 20.3. um 18 Uhr als Despina im Schiller Theater

Lesen Sie hier: Unser kompletter Fragebogen an Anna Prohaska

 

Annette DaschAnnette Dasch
Früher wollte Annette Dasch lieber Rockerin oder Dachdeckerin werden. Heute zählt sie zu den eigenwilligsten Sopranistinnen ihrer Generation. Nicht weil sie sich so geschickt vermarktet, sondern gerade weil sie sich einer ­Totalvermarktung als Superstar entzieht. ­Lieber erfindet sie so etwas wie ihren Dasch­salon im Radialsystem, der den guten alten, klassischen Liederabend in neuer Form belegt. Dasch empfängt dort nicht nur hochkarätige Kollegen, sondern es wird auch gemeinsam mit den Zuschauern gesungen. Annette Dasch spielt dann Gitarre. Sonst steht sie auf den wichtigsten Bühnen der Welt, Bayreuth, Salzburg, New Yorker Met oder Mailänder Scala.

Annettes DaschSalon am 26. April um 20 Uhr im Radialsystem V

 

Moritz von OswaldMoritz von Oswald
Er ist der Ururenkel von Otto von Bismarck und einer der wichtigsten Techno-Produzenten Deutschlands. Sein gemeinsam mit Mark Ernestus gegründetes Techno-Label Basic Channel gilt als eines der wichtigsten der 90er-Jahre in Deutschland. Vor Techno war die Klassik: Moritz von Oswald ist ausgebildeter Orchestermusiker und hat u.a. bei Leonard Bernstein das Schlagwerk bedient. Der 49-jährige von Oswald sprengt gerne immer wieder die Grenzen, für jede Schaffensperiode gründet er ein neues Label. 2008 hat er die Schallmauer endgültig durchbrochen. Gemeinsam mit Carl Craig bearbeitete er in der Reihe Recomposed der Deutschen Grammophon Ravels „Bolйro“ und Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ so genial, dass sogar Klassikfans euphorisch werden.

„ReComposed“ by Carl Craig & Moritz von Oswald, Deutsche Grammophon

 

Lesen Sie hier Fragebögen an weitere Klassikstars:
Barrie Kosky
Midori Seiler

Lesen Sie hier unsere Titelgeschichte: Berlins Klassikszene im Aufbruch

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