Konzerte & Party

Die neuen Berliner Klassikstars im Porträt

Klassik und Pop sind getrennte Welten? Von wegen. Die Klassikszene wandelt sich rasant. Sie erfindet neue Konzertformate, geht in die Clubs und remixt die alten Meister auch mal elektronisch. Klassische Musik ist nicht verstaubt, sondern hat definitiv einen erhöhten Hippness-Faktor.
Wir haben junge Berliner Klassikstars an ihren Lieblingsorten in der Stadt getroffen.

Kaleidoskop

Solistenensemble Kaleidoskop
„Wir wollten Kammermusik spielen und Kammerorchester. Und dann fragt man seine Freunde, und die fragen ihre Freunde …“ So ungefähr ist das Solistenensemble Kaleidoskop entstanden. Seit 2006 gibt es das aus vierzehn Musikern bestehende Streichorchester. Ihre Lieblingsorte in Berlin sind Brachflächen und leere Häuser, seit drei Jahren sind sie selbst vor allem im Radialsystem zu Hause.
Ihre Programme dort heißen „Hardcore“ oder „Wo bist Du Licht!“. Da suchen sie dann zusammen mit dem Lichtkünstler Yann Becker nach den Übergängen zwischen Klang und Stille, Helligkeit und Dunkelheit. Mit Sasha Waltz haben sie 2009 gemeinsam das Neue Museum bespielt.

Ruin & Solistenensemble Kaleidoskop, 14.4., 21 Uhr in der Volksbühne

 

Sebastian BaumgartenSebastian Baumgarten
Er sei ein Grübler, wolle Theater machen wie Ruth Berghaus, Heiner Müller, Einar Schleef, Bob Wilson und Frank Castorf
zusammen, hieß es vor fast zehn Jahren über den Regisseur Sebastian Baumgarten. Das gilt immer noch. Auch wenn Sebastian Baumgarten, 41 Jahre alt, in Ostberlin geboren, Enkelsohn des früheren Staatsopernintendanten Hans Pischner, in
diesem Jahr in Bayreuth den „Tannhäuser“ inszenieren wird. Auch wenn er in der Komischen Oper in der vergangenen Spielzeit ein „Weißes Rößl“ beschert hat, in dem die Schwarte kracht. Baumgarten mag auch Peaches und Chilly Gonzales und switcht entspannt zwischen Schauspiel- und Opernregie hin und her. Und wenn er nicht Regie führt, geht er entweder ins Fitnessstudio oder fährt durch die Wüste – beides betreibt er manisch.

„Im Weißen Rössl“ am 27. Juni und 12. Juli um 19.30 Uhr in der Komischen Oper

Lesen Sie hier: Unser kompletter Fragebogen an Sebastian Baumgarten 

 

Simon HalseySimon Halsey
Er hat den Rundfunkchor Berlin zur Weltklasse geführt und erst vor Kurzem das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse erhalten. Simon Halsey, 1958 in London geboren, der Vater ein berühmter Chordirigent, die Mutter Sängerin und Musikprofessorin, will einfach jeden zum Singen bringen. Bei seinen jährlichen Mitsingkonzerten führt er Hobby- und Profimusiker zusammen und auch das Berghain hat er schon mit Chormusik beglückt. Nur wenn sich Halsey entspannen will, dann geht er lieber ins Kino. Oder streift durch seine Lieblingsgegend rund um den Hackeschen Markt.

Rundfunkchor Berlin mit „Ernst Pepping – Passionsbericht des Matthäus für Chor a cappella“, 25. bis 27.3. um 20 Uhr im Radialsystem V

 

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