Konzerte & Party

„Der Nino aus Wien“ im KuLe

Der Nino aus Wien

Die Wiener Kollegen vom „Falter“ haben ihn gerade als „besten jungen Liedermacher des Landes“ gepriesen. Doch der 24-Jährige lässt durchblicken, dass ihn weder solch vollmundige Zuschreibungen noch deren Gegenteil aus der Ruhe brächten. Ein bisschen stolz darf Nino Mandl trotzdem sein, denn sein neues Album „Schwunder“, das dritte als „Der Nino aus Wien“, ist in seiner unverkrampften Melange aus selbstbewusster Spontanpoesie und hymnischen Glam-Balladen noch einmal eine Steigerung zu den Vorgängern. „Down In Albern“ ließ zwar im Titel eine Referenz zum Babyshambles-Debüt erkennen, doch unternimmt Nino nie den Versuch, angesagten Retrobands nachzueifern. Haben es ihm doch Originale wie Lou Reed und Syd Barrett viel mehr angetan – oder auch Andrй Hellers Live-LP aus Papas Plattenschrank. Kein Wunder, dass viele heimische Medien das Augenmerk vor allem auf letzteren Sozialisationspunkt richten und in Nino eine Art Wiedergänger des Austropop-Pioniers sehen. Mag der bescheiden wirkende Slacker auch wenig Gemeinsamkeiten mit dem gespreizten Bartträger aufweisen, so scheint er doch das Heller-Credo „Sei Poet“ („Spring einen Salto in die Alphabete/Zieh jeden Satz wie eine Flagge hoch!“) stark verinnerlicht zu haben.

Text: Markus von Schwerin

Der Nino aus Wien + Johanna Zeul, KuLe, Auguststr. 10, Berlin-Mitte, Di 22.11., 20 Uhr

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