Konzerte & Party

Wire im Postbahnhof

Wire

Unberechenbar waren sie schon immer, die Herren von Wire. 1986 traten sie in Originalbesetzung im hiesigen Metropol auf und spielten entgegen aller Erwartungen nicht einen Song aus den ersten drei unsterblichen Alben. Stattdessen läuteten sie mit neuem Material die zweite Phase ihres Schaffens ein, in der elektronische Elemente, Avantgarde-Flirts und Pop eine Rolle spielten. Wire blieben da absolut stur und nahmen bis 1991 mehrere Alben in dieser Art auf. „Das Problem war einfach, dass sich Punk Mitte der Achtziger unglaublich alt anhörte und man damit unmöglich weitermachen konnte. Die Entwicklung war vorangeschritten. Auf Piratensendern waren die Vorboten des House-Sounds aus Chicago zu hören. Damit wollten wir uns auseinandersetzen“, erinnert sich Sänger Colin Newman. In der darauffolgenden Dekade blieben Wire untätig – und das, obwohl neue amerikanische Rockbands und Britpopper ihr Repertoire nach Leibeskräften plünderten. Erst jetzt orientiert sich die Band wieder am Post-Punk, das Material auf dem aktuellen Album „Change Becomes Us“ basiert laut Newman auf Entwürfen aus der Zeit bis 1980: „Auf einer Tour durch Britannien hat sich unser Gitarrist Matthew Simms zum festen vierten Mitglied entwickelt. Mit ihm wollten wir schnell etwas Neues aufnehmen, hatten aber nichts parat. Nur Überbleibsel von früher. Die haben wir dann eben genommen und richtig ausgearbeitet.“

Text: Thomas Weiland

Foto: Phil Sharp

Wire?, Postbahnhof, Di 8.10., 20 Uhr, ?VVK 22 Euro zzgl. Gebühr

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