Konzerte & Party

Dillon im Haus der Berliner Festspiele

Dillon

Wenn Dillon zum Abschluss des „Foreign Affairs“-Festivals auftritt, wird noch etwas von Shakespeares Tragödien und Jan Fabres 24-Stunden-Theaterexzess in der Luft hängen. Das dürfte der Songschreiberin gefallen, denn Theaterräume liebt sie, gern spielt sie vor bestuhlten Reihen. Immer, wenn sie ihren nachtwachen Dream-Pop in Theatern aufführte – ob zu Gast im HAU, der Volksbühne oder den Münchner Kammerspielen –, fühlte sie sich am richtigen Ort, erzählte sie mal; die richtige Intensität sei dann da, damit ihre inneren Geschichten zum Leben erwachen. Es sind zwar sehr persönliche Dramen, mit denen Dillon ihre bisherigen beiden Alben gefüllt hat. Doch hat ihre minimalistische Musik bei allem Intimen auch etwas elegant Inszeniertes: Kein leises Störmoment, keine unterschwellige Irritation wirkt zufällig. So ist das auch auf ihrem neuen Album „The Unknown“, auf dem der Grundton mono-chromer und elektronischer ist als zuvor und auf dem die Wahlberlinerin nicht mehr ganz so mädchenhaft klingt wie noch auf dem Debüt von 2011. Den Auftritt im Haus der Berliner Festspiele hat die Mittzwanzigerin nun eigens auf den Festivalrahmen abgestimmt. Dafür hat sie ihre Klangpalette erweitert und die Stimmen eines Frauenchors in ihre Songs eingewoben. Die Fixen Nixen, sonst auf Lieder der klassischen Romantik spezialisiert, werden Dillon live begleiten. „A Family Affair“ nennt Dillon das, und es klingt fast wie der Beginn einer Freundschaft.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Siggi Eggertsson

Dillon, Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, Wilmersdorf, So 5.7., 21–22 Uhr, VVK: 24 Euro zzgl. Gebühr

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