Elektro-Pop

Dillon spielt im Heimathafen Neukölln

Große Intensität: Aus der Dunkelheit heraus singt die Berlinerin Dillon über die Liebe

Foto: Joseph Kadow

Es soll Menschen geben, die mit heiterer Leichtigkeit durchs Leben gehen, ausgestattet mit dem unerschütterlichen Grundvertrauen, dass alles schon irgendwie gut werden wird. Die in Brasilien geborene und seit etwa zehn Jahren in Berlin lebende Dominique Dillon de Byington – ein Name wie aus einem Abenteuerroman – zählt nicht zu diesen Menschen. Es liegt ein Schmerz und eine Dunkelheit in ihrer Musik, deren Ursprung nur zu erahnen ist: So erzählt sie immer wieder von einer schweren Jugend, von Schreibblockaden, Schlaflosigkeit und Depressionen. Sie sagt: „Es gibt nur zwei Optionen: Entweder ich singe oder ich weine, also singe ich.“ Und wie sie das tut: mit dieser ganz eigentümlichen Stimme, die immer ein bisschen zerbrechlich und verletzt klingt, so als hätte sie die Nacht durchgeweint oder gerade wieder vor Wut in ein Kissen geschrien. Was Dillon über so viele andere Künstlerinnen aus dem Bereich minimalistischer Elektro-Popmusik heraushebt, ist ihre Intensität: die Fähigkeit, aus der Tiefe eigener Erfahrungen zu singen und andere daran teilhaben zu lassen, ohne auf sentimentale Floskeln zu vertrauen. Ihr letztes Album „Kind“ zeigt sie von einer vergleichsweise warmen und zuversichtlichen Seite. „Let in the light“, fordert sie da zusammen mit Tocotronic-Frontmann Dirk von Lowtzow. Alle zehn Songs handeln von Dingen, die sie liebt, darunter auch das Lied „Lullaby“, mit dem sie sich selbst in den Schlaf singt. Sie empfiehlt es allen Schlaflosen – und dazu eine Tasse Bachblütentee.

Heimathafen Neukölln Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, Mi 21.11., 21 Uhr, VVK: 28 €

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