Indie-Legenden

Dinosaur Jr. im Astra Kulturhaus

Forever Noise: Immer gleich, immer gleich gut: Dinosaur Jr. und ihr süßer Lärm

Foto: Schoneberg

Wer braucht denn Comebacks? Vor ­allem die Comebacker selbst, um ihr Altenteil finanziell aufzupolieren, so müde klingen die Ergebnisse jedenfalls meist. Auch Dinosaur Jr. darf man unterstellen, dass sie vor nun auch schon ­wieder elf Jahren vor allem des lieben Geldes wegen noch einmal zusammengefunden ­haben. Aber ihnen sei verziehen, denn man kann dem Trio aus Amherst, Massachusetts allerhand vorwerfen, aber eins garantiert nicht: dass sie müde klingen würden.
Eher im Gegenteil: Auch auf ihrem aktuellen Album „Give a Glimpse of What Yer Not“, dem bereits vierten seit der Reunion, entfesselt das Trio um Gitarrengott J Mascis wieder das gewohnte Stahlbad, in dem Folk und Punk, Lo-Fi und Wall of Sound, Melodie und Krach mit­einander versöhnt werden, und das als Grundlage für Grunge diente. Man könnte nun erwähnen, dass Bassist Lou Barlow auf dem neuen Werk eine größere Rolle einnimmt und zwei sehr hübsche Songs in der Tradition ­seiner eigenen Projekte Folk Implosion und ­Sebadoh beigesteuert hat. Aber seien wir ­ehrlich: Eine echte musikalische Entwicklung ist bei Dinosaur Jr. seit ihrem Meisterwerk „Bug“ von 1988 nicht festzustellen. Aber ey, scheiß drauf: Mit exakt diesem süßen Lärm und keinem anderen will man irgendwann einmal in die Grube fahren.

Astra Kulturhaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, Fr 11.11., 20 Uhr, ausverkauft

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