Konzerte & Party

Django Django im Festsaal Kreuzberg

Django Django

Wenn es dieser Tage wieder darum geht, das Album oder die Entdeckung des Jahres zu benennen, wird garantiert der Name Django Django fallen. Die in Schottland gegründete und in London arbeitende Band gibt mit ihrem selbstbenannten Debüt den Glauben an die Entwicklungsfähigkeit der Rockmusik zurück. Auffällig ist die Distanz zu dem, was Sänger und Gitarrist Vincent Neff im Interview abfällig als „Gitarrenbands mit aufgeplusterter Brust von The Troggs bis Kasabian“ bezeichnet. In einigen Songs von Django Django steckt bukolische Ruhe, ohne dass es zu folkig wird. In anderen hört man den Einfluss von Bo Diddley oder Link Wray, in wieder anderen die hypnotischen Rhythmen aus Krautrock und Afrobeat. Gespielt wird auch auf Kokosnüssen, die einen naturbedingten Nachteil haben: „Sie zerbrechen leicht, wenn man zu heftig auf sie einschlägt. Das kann auf Tour schon mal zum Problem werden. Gemüseläden gibt es überall, aber nicht alle führen Kokosnüsse.“ Tourbegleiter waren angesichts solcher Vorlieben schon der Verzweiflung nahe. Aber für die etwas andere Sache lohnen sich alle Mühen. Nur zu viel kosten dürfen sie nicht, wie ein abschreckendes Beispiel aus der Familie zeigt. John Maclean, Bruder von Django-Schlagzeuger Dave Maclean, war mal Mitglied der auch sehr geachteten Beta Band. Die steht noch immer mit einer Million Pfund bei ihrer alten Plattenfirma in der Kreide. Neff und seine Kollegen waren gewarnt. „Als wir unseren Deal unterschrieben, haben wir von vornherein darauf bestanden, dass uns nicht zu viel Geld per Vorschuss gezahlt wird. Man muss heute bodenständig denken.“

Text: Thomas Weiland

Django Django, Festsaal Kreuzberg, Fr 23.11., 21 Uhr, VVK: 16 Euro zzgl. Gebühr

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