Konzerte & Party

The Dodos spielen im Magnet

The DodosSie haben sich für ihren Bandnamen eine ausgestorbene Vogelart ausgesucht. Ihr neues Album heißt dazu passend „Time To Die„. Da kann man schon auf Gedanken kommen. Aber keine Sorge: Musik fürs Bestattungsinstitut machen The Dodos nicht. Sänger und Gitarrist Meric Long und Drummer Logan Kroeber kommen aus San Francisco und sind, wie man unter diesen Umständen durchaus vermuten darf, dem Folkrock zugeneigt. Trotz ihrer Minibesetzung kriegen sie einen erstaunlich vollen Sound hin. Long liebt kompliziertes Fingerpicking. Kroeber, ein Mann mit Vergangenheit in experimentellen Metalbands, orientiert sich am protzigen Stil von Rushs Neil Peart. Zusätzlich spielt das Duo jetzt mit einem Musikhochschulabbrecher, der ein Vibrafon über unzählige Effekte zum Klingen bringt.
Die Musikalität der Herren konnte schon mal zum Problem werden. Wo die Fleet Foxes mit ihren Harmonien voll auf der emotionalen Ebene berühren, hatte man bei The Dodos immer den Eindruck, dass sie sich als Vollblutmucker fühlen, denen Text und Gesang egal sind. Auf ihrem letzten Album „Visiter„, mit dem die Band bekannt wurde, waren Long und Kroeber kaum zu halten. Ihre Songs wollten gar nicht mehr enden, die Geburtsstunde des Prog Folk schien unmittelbar bevorzustehen. Mit „Time To Die“ haben sich derlei Befürchtungen aber fürs Erste wieder erledigt. The Dodos kommen trotz technischer Finessen auf den Punkt und investieren mehr Zeit in die melodische Ausgestaltung der Songs. Wir sind beruhigt.

Text: Thomas Weiland

The Dodos + Wye Oak, Magnet, Fr 11.9., 20 Uhr, VVK: 13 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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